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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Kommt nach dem Öl- der Inflationsschock?
Wirtschaft

Kommt nach dem Öl- der Inflationsschock?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 11. März 2026 09:47
Von Christin Freitag
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5 min. Lesezeit
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Die Tankstellenpreise reagieren am schnellsten. Das bekommen die Verbraucher sofort und unmittelbar zu spüren. Aber für Panik ist es noch zu früh. Wer kann, sollte jetzt die fossilen Rohstoffe sparsam einsetzen und fürs Erste Ruhe bewahren.

Inhaltsübersicht
Preisschock durch den Ukraine-KriegDie große Frage: Wie lange noch?Entspannung nach dem ersten SchockDie Lebenshaltungskosten bleiben hochHohe Energiekosten verteuern alle BereicheWelche Branchen sind besonders betroffen?

Preisschock durch den Ukraine-Krieg

Als Russland im Februar 2022 die Ukraine überfiel, schossen die Energiepreise ähnlich wie jetzt innerhalb weniger Tage in die Höhe. Im Sommer 2022 kostete das Öl-Barrel der Nordseesorte Brent 122 Dollar. An den Tankstellen verteuerten sich die Benzinpreise auf 2,15 Euro.

Die damalige Entwicklung ist der heutigen ähnlich, aber es gibt doch einen wesentlichen Unterschied: Derzeit pendelt der Ölpreis zwischen 90 und 100 Dollar, liegt also deutlich niedriger als damals. Aber an den Tankstellen klettern die Preise in atemberaubender Geschwindigkeit noch höher als damals.

Dafür dürfte es im Kern zwei Gründe geben: Einer ist eine Überreaktion der Mineralölkonzerne, die auch schon von politischer Seite kritisiert wurde. Der andere Grund dürfte die CO2-Abgabe sein, die seit 2021 verlangt und kontinuierlich angehoben wird.

Die große Frage: Wie lange noch?

Die große Frage bleibt aber, wie lange dieser Zustand noch anhält. Timo Wollmershäuser vom ifo Institut in München sagt dazu: „Es ist derzeit schwer, wirklich Prognosen zu machen. Wir wissen derzeit schlicht und ergreifend nicht, wie sich letztendlich die Energiepreise und das heißt, wie sich der Krieg weiterentwickeln wird.“

Deshalb hat das ifo für die aktuelle Konjunkturprognose zwei Szenarien durchgerechnet. Im besten Fall korrigiert das Institut das Wachstum um 0,2 Prozentpunkte nach unten. Dieser beste Fall tritt ein, wenn der Krieg schnell endet.

Aber es kann eben auch ganz anders laufen. Wenn der Krieg noch anhält nämlich. Für dieses Szenario hat das ifo die „Prognose für dieses und für das nächste Jahr um 0,8 Prozentpunkte gekürzt.“

Entspannung nach dem ersten Schock

Der Krieg in der Ukraine dauert nun vier Jahre. Die Politik hatte damals versucht, mit umfassenden Finanzspritzen in Form von Preisdeckeln die Kosten für die Verbraucher abzumildern. Eine Maßnahme, die gegenwärtig auch wieder diskutiert wird.

Unabhängig davon haben sich die Rohstoffmärkte trotz des Krieges wieder beruhigt. Im Mai 2025 hatte sich das Barrel auf 63 Dollar nahezu halbiert. Der Spritpreis ging bis vergangenen Dezember auf 1,70 Euro je Liter zurück.

Die Lebenshaltungskosten bleiben hoch

2022 war außerdem das Jahr mit den höchsten Inflationsraten der Nachkriegszeit. Die Jahresteuerung errechnete das Bundesamt mit 6,9 Prozent. Neben den Energiepreisen wurden vor allem Lebensmittel deutlich teurer. Ein Effekt, den die Verbraucher noch heute spüren, obwohl die Inflationsrate im vergangenen Jahr auf 2,2 Prozent (ext. Link) zurückgegangen ist.

Die Erklärung ist einfach: Die Preise sind nach dem rasanten Anstieg nicht mehr gefallen. Sie wurden und werden nur nicht mehr so schnell teurer, dafür aber kontinuierlich. Bei einigen Lebensmitteln schlagen die Preise sogar richtige Kapriolen, wie beispielsweise bei der Butter.

Hohe Energiekosten verteuern alle Bereiche

Die Energiepreise spielen in allen Bereichen des Lebens eine Rolle. Fast zwei Drittel des Ölabsatzes werden im Verkehrssektor als Diesel, Benzin und Kerosin verbraucht. Wenn hier die Preise steigen, dann verteuert das auch den Transport, die Produktion, das Heizen und letztlich alle Güter des täglichen Bedarfs. Das Institut der Deutschen Wirtschaft hat erst kürzlich errechnet, dass schon ein Ölpreis von 100 Dollar die Verbraucherpreise um 0,8 Prozent erhöhen würde.

Welche Branchen sind besonders betroffen?

Energieintensive Branchen wie die Chemie oder Stahl sind besonders betroffen. Aber auch die Textilbranche: Sie klagt über steigende Transportkosten, wenn die Waren zum Beispiel mit Schiffen aus China kommen. Die Herstellung von technischen Textilien und Spezialstoffen ist ebenfalls energieintensiv, um nur einige Beispiele zu nennen.

Die Energiekosten, und dazu gehören fossile Rohstoffe wie Öl, verteuern letztlich alle Güter des täglichen Bedarfs.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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