Was fordert die Gewerkschaft?
Bei dem Tarifstreit geht es um die 20 Kommunen im Freistaat, die den Nahverkehr noch selbst betreiben und den eigenständigen Tarifvertrag TV-N anwenden. Er gilt für rund 9.000 Kräfte in Führerständen von Bussen, U- und Straßenbahnen, Werkstätten und der Verwaltung.
Verdi fordert für die etwa 9.000 Beschäftigten unter anderem eine Entgeltsteigerung um 668,75 Euro. Das wäre in den untersten Gehaltsgruppen laut Verdi ein Plus von bis zu 16 Prozent. Auch die Arbeitszeit taucht im Forderungskatalog auf. Die soll von jetzt 38,5 auf 35 Stunden die Woche gesenkt werden. Der Zuschlag für Sonntagsarbeit soll künftig 30 Prozent betragen. Bislang gilt es zudem nicht als Arbeitszeit, wenn ein Busfahrer von einer Endstation zu einer anderen Fahrstrecke fahren muss – das soll jetzt vergütet werden.
Was bieten die Arbeitgeber?
Der Kommunale Arbeitgeberverband hat nachgerechnet. Das Paket sei mit einem Volumen von über 25 Prozent zu teuer. Die Finanzierungslücke bei den kommunalen Nahverkehrsunternehmen sei konstant, die Haushaltslage der Kommunen schwierig. Schon beim ersten Treffen hatten sie – was ungewöhnlich in Tarifrunden ist – ein Angebot auf den Tisch gelegt. Unter anderem sollen die Einkommen um mindestens 5 Prozent steigen – allerdings gestreckt auf 24 Monate. Die Arbeitgeber sind bereit, über höhere Zuschläge zu verhandeln. Sie fordern in puncto Arbeitszeit aber auch etwas. Wer will, soll bis zu 42 Stunden in der Woche arbeiten, mit entsprechend höherem Einkommen und Zuschlägen von bis zu 25 Prozent.

