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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Nach Recherchen von Reuters: Ist Banksy enttarnt?
Kultur

Nach Recherchen von Reuters: Ist Banksy enttarnt?

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 16. März 2026 14:46
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Es ist eine Suche, die die Kunstwelt seit Jahren auf Trab hält: Wer steckt hinter dem Street-Art-Künstler, der seine Kunst unter dem Pseudonym Banksy veröffentlicht? Weltbekannt wurde Banksy mit seinen oft zeitkritischen Schablonengrafiken, die immer wieder an vielen unterschiedlichen Orten der Welt auftauchten.

Inhaltsübersicht
Banksy wurde schon einmal mutmaßlich enttarntBanksy äußert sich nicht zu den Recherchen

Gehandelt wurden in den letzten Jahren immer wieder drei Namen: Thierry Guetta, Robert Del Naja und Robin Gunningham. Guetta ist ein Street-Art-Künstler, der unter dem Namen Mr. Brainwash bekannt ist. Er war im Banksy-Film „Exit Through the Gift Shop“ aus dem Jahr 2010 zu sehen. Guetta ist Franzose; Banksy hingegen gibt an, aus dem britischen Bristol zu stammen. Angesichts Guettas Nationalität und seiner Rolle im Film schien er ein eher unwahrscheinlicher Kandidat zu sein.

Banksy wurde schon einmal mutmaßlich enttarnt

Als weiterer heißer Kandidat hielt sich lange hartnäckig der Name Robert Del Naja, Frontmann der Trip-Hop-Band Massive Attack. Del Naja, ein Graffiti-Pionier, bekannt als 3D, veranstaltete 2013 eine Ausstellung seiner für Massive Attack geschaffenen Kunstwerke. Sie fand in der Londoner Galerie von Banksys ehemaligem Manager Steve Lazarides statt. 2016 verwies ein schottischer Autor darauf [externer Link], dass mehrere Street-Art-Werke von Banksy an denselben Orten und etwa zur selben Zeit aufgetaucht waren, wenn Massive Attack kurz zuvor aufgetreten waren.

Und doch verdichten sich die Anzeichen, dass Banksy in Wirklichkeit Robin Gunningham heißt. Der aus Bristol stammende Künstler war bereits 2008 von der „Mail on Sunday“ als Banksy enttarnt worden. Und auch eine aktuelle Reuters-Recherche vermutet Gunningham hinter dem Pseudonym Banksy [externer Link]. In einer aufwendigen Recherche haben Journalisten der Nachrichtenagentur dem Künstler nachgespürt.

Banksy äußert sich nicht zu den Recherchen

Ausgangspunkt der Ermittlungen der Reuters-Journalisten waren Banksy-Bilder in der Ukraine im Jahr 2022, darunter das Motiv eines Mannes in einer Badewanne in den Trümmern eines Hauses nahe Kiew. So taucht der Name David Jones in den ukrainischen Einreisedaten auf – und zwar zum Zeitpunkt, als die Wandbilder in der Ukraine auftauchten. Diesen Namen soll sich nach Ansicht der Reuters-Journalisten Banksy gegeben haben, nachdem die „Mail on Sunday“ ihn als Robin Gunningham enttarnt hatte. Zudem trägt David Jones laut der Recherche dasselbe Geburtsdatum wie Gunningham.

Banksys Firma Pest Control erklärte, der Künstler habe „beschlossen, nichts zu sagen“. Sein langjähriger Anwalt, Mark Stephens, habe dem Bericht zufolge an Reuters geschrieben, dass Banksy die Richtigkeit vieler Details bestreite. Außerdem habe er Reuters aufgefordert, den Bericht nicht zu veröffentlichen, da dies die Privatsphäre des Künstlers verletzen, seine Kunst beeinträchtigen und ihn gefährden würde. Reuters veröffentlichte die Ergebnisse dennoch mit dem Hinweis auf ein großes öffentliches Interesse an der Identität eines der einflussreichsten und zugleich geheimnisvollsten Künstler der Gegenwart.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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