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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Wer sollte auch im Frühling Vitamin-D-Präparate nehmen?
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Wer sollte auch im Frühling Vitamin-D-Präparate nehmen?

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 16. März 2026 14:47
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Viele Menschen in Deutschland greifen in den dunklen Wintermonaten zu Vitamin-D-Tabletten. Laut der Stiftung Warentest (externer Link) nehmen rund 40 Prozent der Deutschen im Winter Vitamin-D-Präparate, um fehlendes Sonnenlicht auszugleichen.

Inhaltsübersicht
Vitamin D – Vorsicht vor übertriebenen HeilversprechungenWelche Rolle spielt Vitamin D im Körper?Vitamin D: Ernährung hilft – reicht aber selten ausVitamin-D-Status: Reicht Sonnenlicht im Sommer aus?Winterversorgung mit Vitamin D durch körpereigene ReservenFür wen können Vitamin-D-Präparate sinnvoll sein?Verdacht auf Vitamin-D-Mangel: Immer ärztlich abklären lassenViel Vitamin D hilft nicht viel, sondern kann schaden

Vitamin D – Vorsicht vor übertriebenen Heilversprechungen

Kein Wunder, wird Vitamin D in den sozialen Netzwerken (externer Link) häufig als eine Art Wundermittel dargestellt, das vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder sogar Krebs schützen soll – Aussagen, für die es bislang keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege gibt und die als gesundheitsbezogene Werbeaussagen für Nahrungsergänzungsmittel in dieser Form nicht zulässig sind, so die Verbraucherzentrale (externer Link).

Experten betonen: Für viele Menschen sind zusätzliche Präparate gar nicht nötig – und in manchen Fällen sogar riskant.

Welche Rolle spielt Vitamin D im Körper?

Vitamin D erfüllt wichtige Funktionen im menschlichen Körper. Es sorgt dafür, dass Kalzium und Phosphat aus dem Darm aufgenommen werden, und ist damit entscheidend für stabile Knochen.

Ein ausgeprägter Mangel kann bei Kindern zu Rachitis und bei Erwachsenen zu Osteomalazie (Knochenerweichung) führen und langfristig zur Entwicklung von Osteoporose beitragen. Auch Muskelschwäche kann bei ausgeprägtem Vitamin-D-Mangel auftreten.

Vitamin D: Ernährung hilft – reicht aber selten aus

Anders als viele andere Vitamine nimmt der Körper Vitamin D nur zu einem kleineren Teil über die Nahrung auf. Besonders reich daran sind fetter Seefisch wie Lachs, Makrele oder Hering, außerdem Eier und einige Pilzsorten.

Dennoch deckt die Ernährung meist nur etwa 10 bis 20 Prozent des Bedarfs. Rund 80 bis 90 Prozent werden in der Haut unter Einfluss von UV-B-Strahlung gebildet.

Vitamin-D-Status: Reicht Sonnenlicht im Sommer aus?

Grundsätzlich sollte man versuchen, den Vitamin-D-Bedarf möglichst über das Sonnenlicht zu decken. Nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) (externer Link) reicht es in den Sommermonaten oft aus, Gesicht, Hände und Arme täglich fünf bis 25 Minuten der Sonne auszusetzen.

Die Dauer hängt vom Hauttyp und der Sonnenbrandgefährdung ab. Richtwert ist etwa die Hälfte der Zeit, in der ungeschützt ein Sonnenbrand auftreten würde.

Winterversorgung mit Vitamin D durch körpereigene Reserven

Auch im Spätherbst und Winter können regelmäßige Aufenthalte im Freien zur Versorgung beitragen, allerdings bildet der Körper in dieser Zeit kaum Vitamin D, weil die UV-B-Strahlung zu schwach ist und die meisten Körperstellen aufgrund der Kälte dick verpackt sind.

Dann greift der Körper auf im Fett- und Muskelgewebe gespeicherte Vitamin-D-Reserven zurück, die über Monate zur Versorgung beitragen können. Niedrigere Vitamin-D-Spiegel im Winter sind daher üblich und bedeuten nicht automatisch einen behandlungsbedürftigen Mangel.

Für wen können Vitamin-D-Präparate sinnvoll sein?

Nicht alle Menschen sind gleich gut mit Vitamin D versorgt. Ein tatsächlicher Vitamin-D-Mangel betrifft in Deutschland nur einen Teil der Bevölkerung, wie Daten des Robert Koch-Instituts (externer Link) zeigen. Bestimmte Gruppen haben jedoch ein erhöhtes Risiko:

  • Ältere Menschen, deren Haut im Alter weniger Vitamin D produziert
  • Personen, die sich kaum im Freien aufhalten, z. B. Pflegebedürftige
  • Menschen mit dunkler Haut, da Melanin die Vitamin-D-Bildung reduziert
  • Menschen mit Adipositas, bei denen Vitamin D zwar im Fettgewebe gespeichert wird, aber im Blut häufig niedrigere Spiegel gemessen werden
  • Säuglinge, die aus Schutz vor Hautschäden kaum direkter Sonne ausgesetzt werden

Für diese Gruppen kann eine gezielte Einnahme von Vitamin-D-Präparaten sinnvoll sein, insbesondere zur Unterstützung der Knochengesundheit.

Verdacht auf Vitamin-D-Mangel: Immer ärztlich abklären lassen

Wer zu einer Risikogruppe gehört oder Symptome eines Mangels vermutet, sollte Präparate aber nicht auf eigene Faust einnehmen. Ob tatsächlich ein Mangel vorliegt, sollte im Zweifel medizinisch abgeklärt werden.

Fachgesellschaften raten von routinemäßigen Vitamin-D-Bluttests bei gesunden Menschen ohne Risikofaktoren ab. Für sie ist eine zusätzliche Einnahme in der Regel nicht erforderlich. Regelmäßige Bewegung im Freien und eine ausgewogene Ernährung reichen in vielen Fällen aus.

Viel Vitamin D hilft nicht viel, sondern kann schaden

Beim „Sonnenhormon“ gilt: Zu hohe Mengen können gesundheitliche Folgen haben. Eine Überdosierung kann den Kalziumspiegel im Blut erhöhen und unter anderem Nierensteine oder Weichteil- und Gefäßverkalkungen begünstigen.

Ein Test der Stiftung Warentest (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt) zeigt, dass viele frei verkäufliche Produkte problematisch sein können. Von 25 untersuchten Vitamin-D-Präparaten überschritten 18 die vom BfR empfohlene Höchstmenge, nur zwei waren korrekt dosiert.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (externer Link) empfiehlt für Erwachsene bei Nahrungsergänzungsmitteln eine maximale Tagesdosis von 20 Mikrogramm (800 Internationale Einheiten) Vitamin D.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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