Der Hauptpreis des Bayerischen Kabarettpreises 2026 geht an Michael Mittermeier. Auch drei weitere Personen werden ausgezeichnet: Tina Teubner erhält den Musik-Preis, Aurel Mertz den Creator-Preis. Der Senkrechtstarter-Preis geht an Rebecca Pap.
Der 1966 im oberbayerischen Dorfen geborene Mittermeier sei „ein begnadeter Comedian mit lebensfroher Leichtigkeit und klarer Haltung, der auch jungen Talenten eine Bühne gibt“, heißt es in der Begründung der Jury. In den 1990er-Jahren habe er Stand-Up-Comedy in Deutschland erst hoffähig gemacht und damit die Entwicklung der Comedy- und Kabarettszene maßgeblich beeinflusst.
Förderung junger Talente
In seinen Programmen bewege er sich zwischen unterschiedlichsten Themenwelten und äußere sich klar zu politischen und gesellschaftlichen Fragen, ohne sich vereinnahmen zu lassen. Er spreche alle Generationen an und gehe mit Gegenwind souverän um. Außerdem fördere er gezielt junge Talente, etwa mit seinem „Lucky Punch Comedy Club“ in München.
Im „Lucky Punch Comedy Club“, den er im Oktober 2023 in der Fat Cat im zwischengenutzten Münchner Gasteig eröffnet hat, können Newcomer neben etablierten Künstlerinnen und Künstlern auftreten – an sieben Tagen die Woche. Mit seinem neuen Programm Flashback ist Mittermeier derzeit unterwegs.
Musik-Talent und rasante Newcomerin
Rebecca Pap habe sich als Stand-Up-Newcomerin in rasantem Tempo einen Namen gemacht, so die Jury. Sie thematisiere oft Klassismus, Rassismus und Sexismus, aber auch zahlreiche andere Themen, die sie „meisterhaft zu gestalten weiß“. Die 26-jährige Theater- und Literaturwissenschaftlerin argumentiere immer mit klugem Witz und nie mit erhobenem Zeigefinger.
Tina Teubner, die 60-jährige Musik-Preisträgerin, sei nicht nur extrem vielseitig, sondern könne auch „ihre wunderbar poetische Sprache mit bissigem Witz“ kunstvoll konterkarieren. Die ausgebildete Musikerin und zugleich Kabarettistin und Autorin nähere sich großen Themen mit emotionaler Tiefe und großer Sensibilität, heißt es in der Jurybegründung.
Der 37-jährige Aurel Mertz, der den Creator-Preis erhält, sei ein „prägender Akteur einer neuen Generation von Social-Media-Comedians“, der von seiner Community für die spezielle Mischung aus Humor und klarer Haltung zu aktuellen Debatten geschätzt werde. Er schaffe immer wieder einen Spagat zwischen Ernsthaftigkeit und Unterhaltung. Der Comedian, Moderator und Autor verbinde persönliche Erfahrungen mit struktureller Kritik und bringe relevante Themen auf den Tisch, ohne die Menschen damit zu überfordern.
Schauspieler Ferdinand Hofer moderiert die Preisverleihung
Die Preisverleihung findet am 9. November im Münchner Lustspielhaus statt und wird am 12. November um 21.00 Uhr im BR-Fernsehen ausgestrahlt. Moderieren wird sie Schauspieler Ferdinand Hofer, bekannt als Kriminalkommissar Karl-Heinz „Kalli“ Hammermann im Münchner Tatort. Der Bayerische Kabarettpreis ist eine Gemeinschaftsinitiative des Bayerischen Rundfunks und des Münchner Lustspielhauses. Seit 1999 wird er jährlich in vier Kategorien an herausragende Künstlerinnen und Künstler aus dem Bereich Kabarett und Comedy verliehen.

