Laut einer neuen Studie zeigen Schülerinnen und Schüler zunehmend Anzeichen psychischer Belastungen. Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland hat sich demnach erstmals seit dem Ende der Corona-Pandemie wieder verschlechtert. Dies zeigt das aktuelle Deutschen Schulbarometer, das von der Robert Bosch Stiftung veröffentlicht wurde.
Kinderarmut belastet – Mobbing weit verbreitet
Demnach gaben 25 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler im Jahr 2025 an, psychisch belastet zu sein, während der Wert 2024 noch bei 21 Prozent lag. Besonders betroffen sind laut der Studie Kinder und Jugendliche aus Haushalten mit sehr niedrigem Einkommen. Als mögliche Ursachen für den Anstieg der psychischen Belastung nennen die Autoren der Studie unter anderem den Leistungsdruck in der Schule, Sorgen um die eigene Zukunft, Ängste vor Kriegen und Krisen sowie der leichtere Zugang zu belastenden Informationen über soziale Netzwerke.
Fast die Hälfte aller Befragten empfindet hohen Leistungsdruck und gibt an, auch am Wochenende für die Schule lernen zu müssen. Auch Mobbing ist laut der Studie für viele junge Menschen Alltag. Ein Drittel der Befragten gab an, mindestens einmal im Monat von Mitschülern schikaniert zu werden; jede oder jeder Zehnte wöchentlich oder täglich.
Experten: Guter Unterricht kann helfen
Die Studienautoren sehen jedoch auch Potenzial, die psychische Gesundheit der Schülerinnen und Schüler zu verbessern. Ein guter Unterricht könne dabei eine wichtige Rolle spielen. „Wenn Lehrkräfte unterstützen und fordern, ohne zu überfordern, und das Klassenklima gut ist, geht es den Kindern besser“, sagte Anna Gronostaj, Bildungsexpertin der Robert Bosch Stiftung.
Mehr Mitbestimmung als Wunsch
Ein weiterer Wunsch der Schülerinnen und Schüler, der in der Umfrage deutlich wurde, ist mehr Mitbestimmung an den Schulen. Knapp 74 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Einfluss auf die Auswahl von Themen im Unterricht und auf die Entscheidung, ob Aufgaben alleine oder in Gruppen bearbeitet werden. Ebenso streben die Schüler mehr Einfluss bei der Festlegung von Bewertungsmaßstäben für Prüfungen an.
Mitbestimmung als Faktor für psychische Gesundheit
Die Studienautoren sehen in einer stärkeren Mitbestimmung auch eine Möglichkeit, die Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen zu steigern. „Kinder und Jugendliche mit geringerer Lebensqualität möchten häufiger mehr mitbestimmen als diejenigen mit höherem Wohlbefinden“, erklärte Studienleiter Julian Schmitz von der Universität Leipzig. Dies deute darauf hin, dass die Kinder noch nicht resigniert hätten, so der Kinder- und Jugendpsychologe.
Studie und Methodik
Das Deutsche Schulbarometer wird seit 2019 regelmäßig von der Robert Bosch Stiftung durchgeführt, um die aktuelle Situation an deutschen Schulen zu erfassen. Für die aktuelle Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa zwischen dem 9. Mai und dem 3. Juni 2025 insgesamt 1.507 Schülerinnen und Schüler im Alter von 8 bis 17 Jahren an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen. Zusätzlich wurde jeweils ein Erziehungsberechtigter befragt.
Mit Informationen von dpa und AFP

