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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Wie komme ich an meine ePA? Ein Selbsttest
Wirtschaft

Wie komme ich an meine ePA? Ein Selbsttest

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 18. März 2026 15:49
Von Christin Freitag
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5 min. Lesezeit
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Eines vorab: Bei welcher Kasse ich bin, tut nichts zur Sache. Sie soll stellvertretend für viele Kassen stehen. Und, Spoiler: Am Ende konnte ich tatsächlich in meine elektronische Patientenakte (ePA) schauen. Aber bis ich dahin kam, musste ich einen nicht ganz kurzen, dafür ziemlich steinigen Weg zurücklegen. Ich fürchte, damit bin ich nicht allein.

Inhaltsübersicht
Kommunikation wie zwischen Flughafen und Pilot„Zuordnung nicht möglich“Nette Menschen am TelefonNächster Schritt: App löschen und neu installierenAm Ende geht es schnellSicherer als Banking

Kommunikation wie zwischen Flughafen und Pilot

Wobei man wissen sollte: Damit die ePA funktioniert, müssen Patientinnen und Patienten sich gar nicht mit ihr befassen. Viele Millionen Patientenakten werden jeden Tag in Arztpraxen und Kliniken mit immer neuen Daten befüllt.

Das ist der Hauptzweck der ePA: Die einen Gesundheitsprofis sollen sehen können, was die anderen gemacht haben. Und eigentlich genügt mir das. Wenn ich im Flugzeug sitze, muss ich auch nicht wissen, welche Anweisungen der Flughafen dem Kapitän gibt.

„Zuordnung nicht möglich“

Aber aus beruflicher Neugier wollte ich wissen, was ich tun muss, um selbst in meine ePA zu schauen. Ich gehe also in die Smartphone-App meiner Kasse. Ganz oben wird mir das Angebot gemacht, meine Patientenakte zu öffnen. Klingt gut. Ich werde gebeten, einen Sicherheitscode einzugeben. Welcher könnte das sein? Keine Ahnung. Ich probiere einen aus, den ich für meine Kassen-App angelegt habe. Ich lese: „Zuordnung nicht möglich.“ Ich soll meine Daten prüfen – „Oder rufen Sie uns an.“

Nette Menschen am Telefon

Wenn ich in einem Callcenter anrufen soll, bekomme ich immer etwas feuchte Hände. Aber bei meinen ePA-Telefonaten – am Ende waren es drei – hatte ich immer nette Leute am Apparat. Mit dem ersten Callcenter-Agenten kam ich ziemlich schnell drauf: Was ich brauchte, war nicht irgendeine Zahl, sondern eine PIN. Mit der sowie einer Ziffernfolge auf der elektronischen Gesundheitskarte kann man einen Schlüssel erzeugen, um die ePA zu öffnen.

Die PIN konnte ich mir per Post schicken lassen. Um sicherzustellen, dass wirklich ich meine PIN bekomme, hätte ich dem Postboten meinen Personalausweis zeigen müssen. Ich war aber nicht zuhause. Also ging ich in eine Postfiliale, wo der Brief mittlerweile lagerte, und zeigte dort meinen Perso vor – endlich erhielt ich den Brief mit der PIN.

Zwischen der Bitte, mir eine PIN zu schicken, und dem Tag, als ich sie in Händen hielt, vergingen zehn Tage. Die habe ich genutzt, um mich zu erkundigen, welche anderen Wege zur ePA es gibt (externer Link).

Mit meinem elektronischen Personalausweis samt ePerso-PIN hätte ich es auch probieren können. Wäre vielleicht schneller gegangen, zu meinem Perso habe ich schon lange eine PIN. Meine Kasse hat mich aber auf einen anderen Weg geleitet. Sei’s drum.

Nächster Schritt: App löschen und neu installieren

Mit der PIN in der Hand öffne ich schließlich die Apps meiner Kasse. Davon gibt es zwei: Die eigentliche App und die Identifikations-App. Ich folge den Anweisungen. Und stecke bald fest, als ich lese: „Es ist ein unerwarteter Fehler aufgetreten.“ Also rufe ich wieder an, habe wieder einen netten Callcenter-Menschen am Telefon. Der empfiehlt: Authentifizierungs-App löschen und neu installieren. Mache ich. Komme einige Schritte weiter. Stecke bald wieder fest.

Am Ende geht es schnell

Ich lösche auch die eigentliche App meiner Kasse und installiere sie neu. Klicke mich durch, folge den Anweisungen. Die alle hier wiederzugeben, würde den Rahmen sprengen. Es dauert, samt Warteschleifen, rund eine Stunde. Dann endlich: Tadaa! Ich bin drin!

Ich sehe Bestätigungen meiner Zahnärztin, dass ich regelmäßig zur Kontrolle komme, ich sehe eine Erkältungs-Krankschreibung meines Hausarztes von vor ein paar Tagen. Denke mir: Passt. Und mache die ePA erst mal zu. Denn, wie gesagt: Mir reicht es, wenn die Gesundheitsprofis die Akte so nutzen, dass ich gut versorgt bin.

Sicherer als Banking

Und übrigens, damit das klar ist: Den steinigen Weg zur ePA haben sich nicht die Kassen ausgedacht, um Versicherte zu triezen. Es geht um höchstmöglichen Schutz sensibler Gesundheitsdaten. Das Schutzniveau bei der ePA sei höher als im Online-Banking, sagen Cybersicherheits-Experten. Da müssen wir uns wohl entscheiden: Sicher ist sicher, aber nicht einfach. Und umgekehrt.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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