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Wie ein KI-Coach Krankheiten vorbeugen soll

Benjamin Lehmann
Zuletzt aktualisert 19. März 2026 14:48
Von Benjamin Lehmann
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4 min. Lesezeit
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Bei Simon Fiechtner liegt um neun Uhr morgens noch alles im optimalen Bereich: Er hat schon 0,3 Liter Wasser getrunken, sitzt erst seit einer halben Stunde und die Luftqualität ist gut. Das misst alles Isa, die auf seinem Schreibtisch steht. Ein Gerät, so groß wie ein Smartphone, das ihn und sein Arbeitsumfeld mit Sensoren dauerhaft überwacht.

Inhaltsübersicht
ChatGPT Health in den USA gestartetDeutschland: Potenzial von KI-Gesundheitsdaten ungenutztDeutsche fehlen am häufigsten aufgrund von RückenproblemenKI-Coach bereits von Krankenkassen angebotenStudie bestätigt Wirkung von KI – mit EinschränkungDatenschutz: Verantwortung der Unternehmen

Isa ist ein KI-Coach des deutschen Start-ups deep care, der Mitarbeiter langfristig gesünder machen soll. Nochmal eine Stunde sitzen und sie spielt eine Dehnübung ab. „Es geht darum, dass ich von Grund auf die Arbeitszeit so gestalte, dass sie auch gesundheitsverträglich ist“, sagt Simon Fiechtner, Gründer von deep care.

ChatGPT Health in den USA gestartet

Erst im Januar hat auch OpenAI eine neue Gesundheitsfunktion vorgestellt: ChatGPT Health. Nutzer können die KI zum Beispiel mit ihrem Fitnesstracker zusammenführen oder Laborergebnisse interpretieren lassen. Vorerst ist das Angebot nur in den USA verfügbar.

Deutschland: Potenzial von KI-Gesundheitsdaten ungenutzt

Die KI des deutschen Start-Ups deep care will Krankheiten vorbeugen. Laut Bundesverband Managed Care (BMC) liegt gerade im Bereich Vorsorge Potenzial, das bisher kaum genutzt werde.

In einem aktuellen Bericht (externer Link) fordern die BMC-Mitglieder, Rahmenbedingungen zu schaffen, um „Muster in großen Datenmengen zu erkennen“. Konkret heißt das zum Beispiel: Mithilfe von Datenmodellen könnten Versicherungen früher erkennen, welche Personen ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.

Deutsche fehlen am häufigsten aufgrund von Rückenproblemen

Einsatzmöglichkeiten, die gerade für Krankenkassen interessant sein dürften: Laut BKK-Gesundheitsreport verursachten im vergangenen Jahr Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, also ein Bandscheibenvorfall oder andere Rückenprobleme, die meisten Fehltage, gefolgt von Atemwegsinfekten und psychischen Krankheiten.

KI-Coach bereits von Krankenkassen angeboten

In Bayern bieten Krankenkassen bereits KI-Angebote für Unternehmen an: Landespressesprecher der Techniker Krankenkasse in Bayern, Stephan Mayer, verweist dabei auf individuelle Gesundheitsprojekte, die bei den Betrieben liegen: Kämen die Berater zu dem Schluss, KI-gestützte Hilfen haben Potenzial, „kann sich die TK auch an den Maßnahmen beteiligen.“ Auch der KI-Coach Isa sei im Einsatz.

Studie bestätigt Wirkung von KI – mit Einschränkung

Eine Erinnerung zum Trinken, aufrechtes Sitzen und Lüften: Die Tipps, die KI-Coach Isa gibt, wirken nicht gerade originell. „Das sind Kleinigkeiten, die einen großen Effekt haben“, sagt Fiechtner dazu. Die Technische Universität München (TUM) hat diesen Effekt in einer Studie (externer Link) untersucht: Bis zu 18 Wochen haben Studienteilnehmer Isa getestet.

Bei den über 2.000 Büroangestellten haben sich laut TUM in diesem Zeitraum die Krankheitstage aufgrund „muskulo-skelettaler Beschwerden“ um mehr als die Hälfte reduziert. Die Forscher räumen jedoch ein: Wie intensiv die Studienteilnehmer die KI nutzen, war ihnen selbst überlassen, daher lasse sich kein genauer Zusammenhang aus den Daten ableiten.

Datenschutz: Verantwortung der Unternehmen

Gesundheitsdaten von Mitarbeitern, die garantiert nicht weitergegeben werden, versichert der Gründer von deep care Simon Fiechtner: Isa arbeitet mit Sensoren, nicht mit einer Kamera. Und: Sie ist offline. „Das ist der zentrale Punkt“, sagt Fiechtner. Die Zusammenarbeit mit Unternehmen wie E.ON, der Bundeswehr und Mercedes-Benz spreche außerdem für sich.

Auch die Nichtregierungsorganisation (NGO) AlgorithmWatch verweist auf BR24-Anfrage auf die Verantwortung der Unternehmen. Beim Einsatz von KI am Arbeitsplatz sei eine ethische und rechtliche Folgenabschätzung unumgänglich, schreibt die NGO.

 

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Von Benjamin Lehmann
Benjamin Lehmann schreibt für das Ressort Netzwelt der WirtschaftsRundschau. Mit seinem Fachwissen in digitalen Technologien und Internetkultur informiert er über aktuelle Trends und Innovationen und bietet den Lesern wertvolle Einblicke in die digitale Welt.
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