Magen-Darm-Grippe, Brechdurchfall oder Gastroenteritis – egal, wie man es nennt, diese Infektion ist für viele ein Alptraum. Häufig bringen Kinder die Erkrankung aus der Kita mit nach Hause und stecken dann auch ihre Eltern an. Besonders betroffen sind Kinder unter fünf Jahren und ältere Menschen über 70 Jahre, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) (externer Link).
Norovirus: Hauptursache akuter Magen-Darm-Erkrankungen
Die meisten Fälle von akutem Brechdurchfall werden durch Noroviren verursacht. Die Zahlen werden über die Meldedaten des Infektionsschutzgesetzes erhoben. Norovirus-Erkrankungen sind demnach die häufigste Ursache für akute Gastroenteritis‑Ausbrüche in Gemeinschaftseinrichtungen, Krankenhäusern und Altenheimen. Bei Kindern macht das etwa ein Drittel der nichtbakteriellen Magen-Darm-Erkrankungen aus, bei Erwachsenen etwa die Hälfte.
Wie kann man sich mit Noroviren infizieren?
Noroviren verbreiten sich vor allem über Schmierinfektionen, also durch den Kontakt mit Stuhl oder Erbrochenem von Erkrankten. In einem Gramm Stuhl können mehrere Milliarden Viruspartikel stecken – schon etwa 10 bis 100 Viren können ausreichen, um eine Infektion auszulösen.
Das Virus gelangt über kontaminierte Flächen, Türklinken oder beim Aufwischen von Erbrochenem auf Hände und kann von dort in Mund oder Nase übertragen werden. Auch kleine Tröpfchen, die beim Erbrechen entstehen, können die Viren verbreiten. Deshalb breitet sich Norovirus besonders schnell in Einrichtungen mit vielen Menschen aus.
Noroviren über Lebensmittel: Tiefkühlobst und Rohkost als Risiko
Noroviren sind sehr widerstandsfähig und überstehen Kälte problemlos. Tiefkühlgemüse oder -obst kann daher Viren enthalten, wenn es während Ernte oder Verarbeitung verunreinigt wird. Immer wieder werden Ausbrüche mit Tiefkühl-Himbeeren in Verbindung gebracht.
Typische Symptome einer Norovirus-Infektion
Noroviren lösen eine akute Magen-Darm-Entzündung aus. Typisch sind sehr plötzliches, heftiges Erbrechen und starker Durchfall. Begleitend treten oft Bauchkrämpfe, Kopf- und Muskelschmerzen sowie allgemeine Schwäche auf. Leichtes Fieber kann ebenfalls vorkommen.
Die Symptome dauern bei gesunden Menschen in der Regel ein bis drei Tage an. Spätfolgen sind selten.
Norovirus-Risiko: Wer besonders gefährdet ist
Das größte Risiko bei einer Norovirus-Infektion ist der Flüssigkeitsverlust. Kleinkinder und ältere Menschen trocknen besonders schnell aus. In schweren Fällen muss diese Gruppe im Krankenhaus mit Flüssigkeit und Elektrolyten versorgt werden. Gegen Noroviren gibt es keine Medikamente, die die Infektion selbst bekämpfen. Entscheidend ist, ausreichend zu trinken und den Elektrolythaushalt im Gleichgewicht zu halten.
Norovirus-Impfung: Warum es bisher keine gibt
Bisher gibt es keine zugelassene Impfung gegen Noroviren (externer Link), weder in Deutschland noch international. Das liegt unter anderem daran, dass es viele unterschiedliche Norovirus-Varianten gibt, die sich ständig verändern, was die Entwicklung von Impfstoffen erschwert.
Norovirus-Infektion: Wie lange bleibt man ansteckend?
Auch nach Abklingen der Symptome scheiden Erkrankte weiterhin Viren aus – in der Regel 7 bis 14 Tage, in Einzelfällen sogar länger. Deshalb bleiben gründliche Hygiene und saubere Sanitärbereiche auch nach der Krankheit entscheidend, um andere nicht anzustecken.
Norovirus vorbeugen: Die wichtigsten Hygienetipps
Noroviren können mehrere Tage auf Oberflächen überleben und sind sehr widerstandsfähig gegen einfache Desinfektionsmittel. Viele alkoholbasierte Produkte wirken nur eingeschränkt. So kann man eine Infektion verhindern:
- Hände gründlich waschen: Auch wenn Seife die Noroviren nicht chemisch zerstört, entfernt sie sie mechanisch von der Haut. Die Viren werden weggespült, sodass sie nicht in Mund oder Nase gelangen und eine Infektion auslösen können.
- Viruzide Desinfektionsmittel verwenden: Bei Kontakt mit Erbrochenem oder Stuhl sollten Desinfektionsmittel eingesetzt werden, die speziell gegen Viren wirken.
- Bad und Toilette sauber halten: Regelmäßig reinigen, besonders nach Benutzung durch Erkrankte.
- Wäsche heiß waschen: Handtücher, Waschlappen, Kleidung und Bettwäsche von Erkrankten bei 60–95 °C mit Vollwaschmittel waschen.
- Erkrankte sollten nicht für andere kochen: Solange sie ansteckend sind, keine Speisen für andere zubereiten.
- Hygiene nach Abklingen der Beschwerden: Auch wenn Betroffene sich nach einigen Tagen gesund fühlen – gründliche Hygiene bleibt wichtig, weil die Viren weiterhin ausgeschieden werden.
Gegen Noroviren gibt es weder Impfstoff noch Medikamente. Am wirksamsten schützt man sich durch gründliches Händewaschen und weitere Hygienemaßnahmen.

