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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Plan zur Rückkehr von Syrern: Arbeitsmarktexperten warnen
Wirtschaft

Plan zur Rückkehr von Syrern: Arbeitsmarktexperten warnen

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 31. März 2026 15:51
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Die deutsche Wirtschaft leidet unter dem fortschreitenden Fachkräftemangel. Menschen aus Syrien sind laut Arbeitsmarktexperten für den deutschen Arbeitsmarkt zu einer wichtigen Größe geworden. Am Montag hatte eine Aussage von Bundeskanzler Merz für Aufsehen gesorgt, wonach eine 80-Prozent-Zielmarke für eine Rückkehr der in Deutschland lebenden Syrer angestrebt werde.

Inhaltsübersicht
Rückkehr nach Syrien: Große Probleme für Wirtschaft befürchtetArbeitsagentur-Chefin Nahles: Syrer gut in Arbeitsmarkt integriert60 Prozent der syrischen Flüchtlinge von 2015/16 in Arbeit

Am Dienstag versuchte er, die Aussage zu relativieren. „Die Zahl von 80 Prozent Rückkehrern innerhalb von drei Jahren hat der syrische Präsident [Ahmed al-Scharaa] genannt. Wir haben diese Zahl zur Kenntnis genommen, sind uns aber der Dimension der Aufgabe bewusst“, teilte Merz mit.

Rückkehr nach Syrien: Große Probleme für Wirtschaft befürchtet

In jedem Fall rufen Merz‘ Worte vom Montag bei Wirtschafts- und Arbeitsmarktexperten heftige Kritik hervor. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet mit einer Verschärfung des Fachkräftemangels, falls zeitnah viele Syrer in ihre Heimat zurückkehren. „Wenn tatsächlich 80 Prozent der syrischen Geflüchteten in ihre Heimat zurückkehren, wird das den deutschen Arbeitsmarkt empfindlich treffen“, erklärte DIW-Arbeitsmarktexpertin Angelina Hackmann am Dienstag in Berlin.

Der Arbeitsmarkt stehe bereits unter strukturellem Druck durch den demografischen Wandel, so Hackmann weiter. Mit dem Eintritt der Babyboomer in den Ruhestand könne das Erwerbspersonenpotenzial bereits ab diesem Jahr sinken. Ohne ausreichenden Ersatz verstärke sich der Arbeits- und Fachkräftemangel weiter. Eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung dämpfe das Wachstumspotenzial der gesamten Volkswirtschaft und könne die aktuelle wirtschaftliche Erholung in Deutschland bremsen. Daher seien sowohl weitere Zuwanderung als auch das langfristige Halten bereits zugewanderter Arbeitskräfte zentrale Bausteine, um die Folgen des demografischen Wandels abzufedern.

Arbeitsagentur-Chefin Nahles: Syrer gut in Arbeitsmarkt integriert

Insgesamt sind nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit derzeit 320.000 Syrerinnen und Syrer sozialversicherungspflichtig in Deutschland beschäftigt – sie leisten mit ihrer Arbeit also auch Beiträge etwa für die Renten- oder Arbeitslosenversicherung. Hinzugezählt werden müssten diejenigen, die aus Syrien nach Deutschland kamen, inzwischen aber einen deutschen Pass besitzen und nicht mehr als Syrer erfasst werden.

„Wir finden eigentlich aus Sicht der Bundesagentur für Arbeit, dass sich die syrischen Geflüchteten gut in den Arbeitsmarkt integriert haben“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles. Syrische Staatsangehörige arbeiteten vor allem in den Bereichen Gesundheitswesen, in der Pflege, im Handel und in der Logistik. Das seien durchaus Branchen, die Arbeitskräftebedarf hätten, sagte Nahles.

60 Prozent der syrischen Flüchtlinge von 2015/16 in Arbeit

Die Beschäftigungsquote liege derzeit für alle syrischen Geflüchteten bei 47 Prozent. Diese sei „etwas verfälschend“, da sie auch erst kürzlich Angekommene umfasse. Aussagekräftiger sei die große Flüchtlingsgruppe, die 2015 und 2016 nach Deutschland gekommen sei. Hier liege die Beschäftigungsquote mittlerweile bei 60 Prozent und nähere sich damit der Quote der deutschen Bevölkerung von 71 Prozent an.

Die Frage nach einer freiwilligen oder erzwungenen Rückkehr stellt sich rechtlich nur für Menschen ohne oder mit einem befristeten Aufenthaltsstatus in Deutschland. Laut dem Mediendienst Integration trifft das auf ziemlich genau 80 Prozent der im Ausländerzentralregister verzeichneten Syrerinnen und Syrer zu: 60 Prozent haben demnach ein befristetes Bleiberecht aus humanitären Gründen, 10 Prozent aus familiären Gründen. Weitere 10 Prozent hätten einen Aufenthaltstitel beantragt, aber noch nicht bekommen.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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