Von der Garage zum Beinahe-Bankrott
Die Gründungsgeschichte ist legendär: Steve Jobs und Steve Wozniak, zwei junge Männer Anfang 20, die Mitte der 1970er Jahre Computer für alle zugänglich machen wollten. Was weniger bekannt ist: Es gab einen dritten Mitgründer, Ronald Wayne, der seinen zehnprozentigen Anteil zwölf Tage nach der Gründung verkaufte. Er wäre heute Hunderte Milliarden Dollar wert. Wayne hat in Interviews gesagt, er bereue die Entscheidung nicht – der Stress hätte ihn umgebracht.
In den 1980ern kam mit dem Macintosh der erste große Durchbruch, in den 1990ern der Absturz. Windows 95 überrollte den Markt, Apples Produktpalette war ein Chaos aus überlappenden Modellen, und das Unternehmen verlor in zwei Jahren fast zwei Milliarden Dollar. 1997 war Apple nur wenige Monate von der Insolvenz entfernt.
In genau dieser Phase fiel ein heute legendärer Satz: Dell-Gründer Michael Dell wurde gefragt, was er mit Apple machen würde. Seine Antwort: Er würde es dichtmachen und das Geld an die Aktionäre zurückgeben. Steve Jobs, gerade als Interims-CEO zurückgekehrt, reagierte intern mit einem nicht zitierbaren Ausdruck. Aber er vergaß nicht. Fast ein Jahrzehnt später, im Jahr 2006, schrieb er eine firmenweite Mail: Apple sei nun mehr wert als Dell.
Michael Dell war nicht der einzige Tech-CEO, der danebenlag. Nur ein Jahr nach Jobs‘ E-Mail lachte Microsoft-CEO Steve Ballmer das iPhone öffentlich aus. Kein Unternehmen werde 500 Dollar für ein Telefon ohne Tastatur bezahlen, spottete er. Seitdem wurden über drei Milliarden iPhones verkauft.
Der Preis des Erfolgs
Nicht jedem schmeckt der heutige Erfolg des Konzerns. Apple kontrolliert über den App Store, welche Software auf über einer Milliarde iPhones laufen darf – und zu welchen Bedingungen. Wer eine App anbieten will, muss sich Apples Regeln unterwerfen. Wer ein iPhone kauft, kann ohne Apples Erlaubnis nur umständlich Software aus anderen Quellen installieren. Regulierungsbehörden weltweit – insbesondere in der EU – drängen Apple seit Jahren zur Öffnung. Im Kern steht die Frage: Wie viel Kontrolle sollte ein einzelnes Unternehmen darüber haben, was Menschen mit ihren eigenen Geräten tun können?
Und dann ist da die andere Seite der Lieferkette. Apples Geräte werden überwiegend in chinesischen Fabriken montiert, vor allem beim Zulieferer Foxconn. Berichte über exzessive Arbeitszeiten, niedrige Löhne und mangelnden Arbeitsschutz begleiten Apple seit über einem Jahrzehnt.
Party statt KI
Zum 50-jährigen Jubiläum hat Apple eine weltweite Feier inszeniert: Alicia Keys spielt in New York, Mumford & Sons in London, das Sydney Opera House wird mit iPad-Kunst beleuchtet. Heute Abend tritt Paul McCartney im Apple Park in Cupertino auf.
Und was ist jetzt mit der Technologie? Mit der Kritik an Apples aktueller Strategie? Auch hier könnte sich allmählich der Wind drehen. Apple hat weiter keine klare Aussicht auf eine KI-gesteuerte Siri vorgelegt. Doch vielleicht muss Apple das gar nicht. Stattdessen setzt der Konzern mittlerweile auf Kooperationen mit KI-Konzernen wie OpenAI und Google. Anders als der Rest der Tech-Welt investiert Apple keine hunderten Milliarden in Rechenzentren. Während sich der Rest der Industrie um die KI-Krone balgt, könnte Apple der lachende Dritte sein und das machen, was bisher so gut funktioniert hat: Software und Hardware.
Erst zuletzt zeigt der Apple wieder, wie das funktionieren kann – mit dem neuen MacBook Neo, ein ungewöhnlich günstiger, bunter Laptop. Es ist eine der größten Tech-Erfolgsgeschichten des Jahres. Mal wieder.

