Es gibt verschiedene Zahlen, um wie viel die Preise bundesweit um Punkt zwölf gestiegen sind. Nach Angaben des ADAC ist es bundesweit am ersten Geltungstag der neuen Regelung zu einem Preissprung um mehr als vier Cent gekommen.
Demnach stieg der bundesweite Durchschnittspreis für einen Liter Super E10 von rund 2,10 Euro kurz vor 12:00 Uhr auf 2,15 Euro kurz danach. Für Diesel mussten Autofahrer im Schnitt statt 2,30 Euro dann 2,35 Euro bezahlen. Eine gemeinsame Auswertung der bayerischen Tankstellen durch BR24 Data und SWR Data (siehe Grafik oben) zeigt ähnliche Sprünge.
Bundesregierung versucht gegenzusteuern
Die Bundesregierung reagierte mit der Regelung auf den drastischen Preisanstieg durch den Iran-Krieg. Die Koalition von Union und SPD erhofft sich eine preisdämpfende Wirkung, mehr Verlässlichkeit durch weniger Preiserhöhungen, sowie mehr Transparenz. Damit folgt die Koalition dem Vorbild Österreichs, wo es schon länger eine ähnliche Regelung gibt.
Kritik und Zweifel an eingeschränkter Preiserhöhung
Der Verbraucherzentrale-Bundesverband verweist auf Erfahrungen aus Österreich. Kurz nach der Einführung sind die Kraftstoffpreise vorübergehend gesunken, haben sich aber rasch wieder auf dem gewohnten Niveau eingependelt.
„Verbraucher haben aktuell erstmal noch gar nichts von dieser Umstellung“, sagt ADAC-Sprecherin van Randenborgh. Die neue Regelung schaffe mehr Transparenz, könne jedoch nur zusammen mit dem Bundeskartellamt wirken. „Das muss dann aber auch wirklich tätig werden und die Mineralölkonzerne auffordern, nachzuweisen, dass die Preise nicht überhöht sind.“
Weitere Schritte gegen hohe Spritpreise werden geprüft
Das Bundeskartellamt bereitet sich unterdessen für die Durchsetzung der neuen Regelung vor. Eine neu geschaffene Abteilung solle sich künftig ausschließlich mit dem Mineralöl- und Kraftstoffbereich befassen, teilte die Behörde mit. Zudem wurde das Kartellrecht geschärft.
Die schwarz-rote Koalition prüft weitere Schritte für den Fall, dass der Iran-Krieg länger andauert und die Preise weiter steigen. Dazu zählen unter anderem: eine temporäre Entlastung über die Pendlerpauschale, eine befristete Senkung der Energiesteuer und ein Spritpreisdeckel.
Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich indessen von Gewissheiten verabschieden. Ab heute ist Tanken tendenziell kurz vor 12:00 Uhr am günstigsten, kurz danach am teuersten, sagt die ADAC-Sprecherin. Verbraucher sollen Preise ganz genau vergleichen, es gäbe nach wie vor erhebliche Unterschiede auch zwischen den Tankstellen.

