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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Mehr E-Autos wegen des Iran-Kriegs?
Wirtschaft

Mehr E-Autos wegen des Iran-Kriegs?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 8. April 2026 08:49
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Der Iran-Krieg werde sich in den folgenden Monaten auf den Automarkt auswirken, heißt es in einer Pressemitteilung des Wirtschaftswissenschaftlers und Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer. Hohe Spritpreise ließen Autokäufer über die Anschaffung eines Elektroautos nachdenken.

Inhaltsübersicht
Stromkosten geringer als SpritkostenAutoexperte Dudenhöffer: Verbraucher prüfen E-AutosMehr Rabatte für Verbrenner, weniger Rabatte für E-AutosVDA: Krieg hat keinen EinflussAutojahr 2026 wird schwierig

Stromkosten geringer als Spritkosten

Die Rechnung ist schnell gemacht: Elektroautos verbrauchen im Schnitt zwischen 15 und 20 Kilowattstunden Strom auf 100 Kilometer. Für Haushaltsstrom liegen momentan die Kosten für eine Kilowattstunde bei durchschnittlich 34 Cent. Folglich bezahlt der Fahrer eines Elektroautos bei einem moderaten Fahrstil etwa fünf bis sechs Euro für eine Strecke von 100 Kilometern.

Der Fahrer eines Verbrenners muss hingegen bei einem Spritpreis von 2,15 Euro pro Liter E10 mehr als 16 Euro für die gleiche Strecke bezahlen. Ob und wann die Spritpreise wieder nach unten gehen, ist zurzeit unklar.

Autoexperte Dudenhöffer: Verbraucher prüfen E-Autos

Offenbar denken immer mehr Autofahrer, die die Anschaffung eines Neuwagens geplant haben, darüber nach, ob ein Elektroauto ökonomisch sinnvoller ist. Dudenhöffer, der bis zu seiner Pensionierung an der Uni Duisburg-Essen Betriebswirtschaftslehre und Automobilwirtschaft unterrichtete, geht davon aus, dass die Preisexplosion an den Zapfsäulen die Elektromobilität befördern wird.

Batteriebetriebene Autos würden in den kommenden Monaten Anteile auf dem deutschen Automarkt gewinnen, glaubt der Leiter eines privatwirtschaftlichen Forschungsinstituts. Die hohen Spritpreise motivierten Autofahrer zu berechnen, wie viel Geld sie durch einen Umstieg vom Verbrenner auf ein Elektroauto einsparen können.

Mehr Rabatte für Verbrenner, weniger Rabatte für E-Autos

Hersteller, so Dudenhöffer, fahren zurzeit Preisnachlässe für Elektroautos zurück, weil sie von einer zunehmenden Nachfrage ausgehen. Gleichzeitig werden für Verbrenner höhere Rabatte angeboten, weil das Interesse an diesen stagniert.

Ein Sprecher des VW-Konzerns bestätigt auf Anfrage von BR24, Volkswagenhändler würden aufgrund stark gestiegener Kraftstoffpreise ein gesteigertes Interesse an E-Fahrzeugen wahrnehmen.

VDA: Krieg hat keinen Einfluss

Der Verband der Automobilindustrie, kurz VDA, sieht hingegen infolge des Krieges im Nahen Osten noch keinen Einfluss hoher Spritpreise auf den deutschen Markt für E-Autos. Auch BMW will keinen Zusammenhang zwischen den aktuellen Spritpreisen und einer spontanen Steigerung der Nachfrage sehen. Vielmehr sei der Anteil der Bestellungen batteriebetriebener Autos sowieso schon hoch, so eine Sprecherin.

Autojahr 2026 wird schwierig

Auch wenn die Nachfrage nach Elektroautos steigen sollte, werde das Autojahr 2026 insgesamt schwierig, so Dudenhöffer. Sollte es bis Ende Mai zu einem Waffenstillstand im Iran-Krieg kommen [Waffenruhe war zum Zeitpunkt der Pressemitteilung noch nicht beschlossen, Anm. d. Red], dann ist bei Neuzulassungen mit einem Rückgang von sechs Prozent zu rechnen. Gleichzeitig könnte der Krieg gegen das Mullah-Regime den Marktanteil der Stromer auf 25 Prozent hochtreiben. Die Straße von Hormus begünstige das Elektroauto, heißt es im letzten Satz der Pressemitteilung.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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