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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Forderung: Söder soll Mitsprache bei Bischofswahl ermöglichen
Kultur

Forderung: Söder soll Mitsprache bei Bischofswahl ermöglichen

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 10. April 2026 14:48
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Das Procedere ist klar geregelt: Jeder Bischof in Bayern wird vom Papst ernannt. Wenn es nach Christian Gärtner, dem Vorsitzenden des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, geht, soll sich das bald ändern: „Die Zeit einsamer Entscheidungen an der Spitze sollte vorbei sein.“ Stattdessen sollen die Katholiken vor Ort mitbestimmen dürfen.

Inhaltsübersicht
Markus Söder soll Vertrag neu verhandelnBischofsernennung bundesweit unterschiedlichModell aus Schweiz auch in Bayern denkbar?

Markus Söder soll Vertrag neu verhandeln

Festgeschrieben ist das Verfahren im Bayerischen Konkordat von 1924. Das ist ein völkerrechtlicher Vertrag zwischen dem Freistaat und dem Heiligen Stuhl. Er kann nur geändert werden, wenn beide Seiten damit einverstanden sind. Christian Gärtner fordert darum Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf, den Staatsvertrag mit der katholischen Kirche neu zu verhandeln. Söder solle dafür sorgen, „dass die bayerischen Katholiken endlich eine Mitsprache bei der Ernennung ihrer Bischöfe erhalten“, sagte Gärtner in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in München.

Der Mangel an Mitbestimmung sieht Gärtner im Widerspruch zum Auftrag von Papst Franziskus und seinem Nachfolger Leo XIV., eine synodale Kirche zu werden. „Für mich ist Synodalität schon auch Demokratie“, sagt Gärtner. Seit einem Jahr ist Christian Gärtner der oberste gewählte Repräsentant von gut fünf Millionen Katholiken in Bayern. Das Landeskomitee der Katholiken in Bayern ist der Zusammenschluss der Diözesanräte der bayerischen Bistümer.

Bischofsernennung bundesweit unterschiedlich

In Bayern beschränkt sich die Mitwirkung an der Ernennung bisher auf unverbindliche Vorschläge, die überdies Bischöfen und Domkapiteln vorbehalten sind. Das Verfahren der Bischofsernennung unterscheidet sich aber bundesweit.

In der Diözese Freiburg etwa gilt das Badische Konkordat. Dort sendet der amtierende Erzbischof jährlich eine Liste mit möglichen Nachfolgekandidaten nach Rom. Der Papst wählt aus dieser Liste drei Kandidaten aus. Scheidet der Freiburger Bischof aus seinem Amt, wird in Freiburg aus diesen drei Kandidaten ein Nachfolger gewählt – allerdings nicht von den Gemeindemitgliedern der Diözese, sondern vom Metropolitankapitel, einem Priestergremium.

Modell aus Schweiz auch in Bayern denkbar?

Mehr Laienmitsprache gibt es in St. Gallen in der Schweiz: Dort konnte im vergangenen Jahr der neue Bischof Beat Grögli nur deshalb sein Amt antreten, weil er zuvor auf einer Sechserliste stand, die das Domkapitel nach der Befragung kirchlicher Gruppierungen zum Profil eines neuen Bischofs erstellt hat.

Für ein ähnliches Verfahren votierte eine Mehrheit der Delegierten beim Synodalen Weg der Kirche in Deutschland. Die Synodalen hatten dafür gestimmt, dass sich die deutschen Diözesen dazu verpflichten, stärker auf die Beteiligung von Laien zu setzen – auch wenn es um die Ernennung von Bischöfen gehe.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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