In ihrer jahrzehntelangen Karriere spielte sie in fast hundert Filmen mit: Jetzt ist die französische Schauspielerin Nathalie Baye im Alter von 77 Jahren gestorben, wie ihre Agentin Elisabeth Tanner bestätigte. Laut französischen Medienberichten starb die Schauspielerin am Freitagabend in ihrer Wohnung in Paris. Sie war berühmt für die vielfältigen und mitunter gegensätzlichen Rollen.
Nathalie Baye drehte mit Chabrol, Godard und Spielberg
Baye, 1948 in Mainneville in der Normandie geboren, drehte mit Regiegrößen wie Jean-Luc Godard, Bertrand Blier, Claude Chabrol und Xavier Dolan. Als ihr eigentlicher Entdecker gilt François Truffaut. Mit 25 Jahren wurde Nathalie Bay in Truffauts Film „La Nuit Américaine“ einem größeren Publikum bekannt. Gut zehn Jahre später trat die Schauspielerin im Film „Notre Histoire“ an der Seite von Leinwandstar Alain Delon auf, dem sie im Zug eine Geschichte erzählt.
Zu einer ihrer bekanntesten Rollen gehörte die der Mutter des von Leonardo DiCaprio verkörperten Hochstaplers in dem US-Kinohit „Catch Me if You Can“ von Steven Spielberg. Aber das Gastspiel in Hollywood war nur kurz, sie blieb vor allem eine in Frankreich bekannte Schauspielerin und sammelte dort zahlreiche Césars, so etwas wie die innerfranzösischen Oscars. In den 1980er Jahren hatte sie eine Beziehung mit der französischen Rocklegende Johnny Hallyday.
Macron: „Mit ihr haben wir geliebt und geträumt“
Vor drei Jahren hatte Nathalie Baye mit anderen Persönlichkeiten eine an den französischen Präsidenten Emmanuel Macron gerichtete Petition zur Liberalisierung der Sterbehilfe unterschrieben. Sie selbst litt an der Lewy-Körperchen-Demenz. Nathalie Baye war seit Monaten nicht mehr in der Öffentlichkeit erschienen.
Die französische Kulturministerin Catherine Pégart beschrieb Nathalie Baye als Lichtgestalt des französischen Kinos. Frankreichs Präsident Macron würdigte Baye als „Schauspielerin, mit der wir geliebt haben, geträumt haben und gewachsen sind“. Auf X schrieb der Präsident: „Mit ihrer Stimme, ihrem Lächeln und ihrer Bescheidenheit hat sie die vergangenen Jahrzehnte des französischen Kinos begleitet.“
Mit Informationen von AFP und dpa

