Im Rahmen eines Festakts eröffnen Ministerpräsident Markus Söder, Kunstminister Markus Blume und der Freyunger Bürgermeister Olaf Heinrich heute die Landesausstellung „Musik in Bayern“ – der Start für ein besonderes Ausstellungserlebnis. Die ersten Töne spielt allerdings das Publikum. Auf einer Klaviatur im Boden spielen die Gäste mit ihren Füßen eine Melodie, bevor sie ins „TonYversum“ eintreten – das umgestaltete alte Färberhaus im Freyunger Stadtzentrum.
Hörstationen und besondere Exponate
Dann beginnt eine multimediale Reise durch Bayerns Musikgeschichte auf drei Etagen: Was prägt Bayern musikalisch? Und wie prägt Bayern die Musikwelt? Hör- und Mitmachstationen laden ein, aber auch mehr als 100 Originalexponate sind zu sehen: historische, seltene Instrumente wie das Krummhorn oder die älteste Klarinette der Welt aus dem Jahr 1720.
Von Hofmusik bis Pop, von Elvis bis Naabtal-Duo
Inhaltlich führt die Ausstellung von den frühen Formen der Kirchen- und Hofmusik bis in die Gegenwart. Ein Abschnitt widmet sich den Kriegsjahren und erinnert an jüdische Musikerinnen und Musiker. Daran schließt sich die Nachkriegszeit an: Elvis Presleys legendärer Auftritt für Beschäftigte und Freunde der „Micky Bar“ in Grafenwöhr während seiner Militärzeit wird ebenso thematisiert wie die Musikfestivals gegen die geplante atomare Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf, einem Symbol der bayerischen Anti-Atombewegung der 1980er-Jahre.
Auch der bayerische Schlager bekommt Raum – etwa mit dem aus Straubing stammenden Rex Gildo, Roy Black aus Schwaben oder dem Original Naabtal Duo, das 1988 mit „Patrona Bavariae“ den Grand Prix der Volksmusik gewann.
Landesausstellung als Interaktives Erlebnis
Neben den historischen Stücken setzt die Landesausstellung auf Interaktion: mit rund 30 Mitmachstationen. Besucherinnen und Besucher können Beats bauen – für Techno oder Hip-Hop Songs. Sie können auf einem „Soundkarussell“ mitfahren: eine Drehscheibe im Boden, die sie akustisch mitten in ein Quartett versetzt. Ein musikalisches Motiv erklingt in verschiedenen Besetzungen – einmal von Streichern, dann von Bläsern und schließlich von einer Rockband. So wird hörbar, wie unterschiedlich ein und dasselbe Thema klingen kann.
Haindling: „Musik wird auf der ganzen Welt verstanden“
Hans-Jürgen Buchner, Kopf der bayerischen Musiklegende Haindling, ist ebenfalls Teil der Ausstellung – und erfuhr davon selbst erst drei Tage vor der Eröffnung: „Ich werde schon auch als Vater der bayerischen Musik bezeichnet. Da find ich das schön, dass ich reingenommen wurde.“ Sein Fazit, nachdem er einen Einblick in die Ausstellung gewonnen hat: „Musik ist eine wichtige Sache, sie wird in der ganzen Welt verstanden. Darum ist sie wichtiger als Mathematik, wo man nix davon hat.“ Eine gewagte These – in dieser Kulisse sei sie erlaubt.

