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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Die Helbing-Codes: Spurensuche im Nachlass eines Kunsthändlers
Kultur

Die Helbing-Codes: Spurensuche im Nachlass eines Kunsthändlers

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 24. April 2026 09:48
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Hugo Helbing ist gerade 22 Jahre alt, da eröffnet er seine erste Kunsthandlung in der Münchner Liebigstraße. Bald prägt er den Kunsthandel in ganz Deutschland und veranstaltet zahlreiche Auktionen, fast 50 Jahre lang. Bis er von den Nationalsozialisten ermordet wird.

Inhaltsübersicht
Helbing – ein Opfer der NS-VerfolgungSein Nachlass hilft bei der Suche nach RaubkunstSeine private Kunstsammlung bleibt verschwunden

Helbing – ein Opfer der NS-Verfolgung

Heute erinnere sich kaum noch jemand an ihn, sagt Maike Hopp vom Deutschen Zentrum für Kulturgutverluste. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten darf Hugo Helbing bald keine Auktionen mehr ausrichten.

Seine Galerie wird arisiert, die Familie verfolgt, erzählt Meike Hopp weiter: „Was wir wissen ist, dass er im Beisein seiner Familie von SS-Männern in der Wohnung überfallen und niedergeschlagen wurde. Und zwar so brutal, dass er noch wohl am selben Tag ins jüdische Krankenhaus gebracht werden musste – mit einer Schubkarre, weil etwas anderes stand jüdischen Bürgern nicht mehr zu – und dort dann einige Tage später diesen Verletzungen erlag.“

Sein Nachlass hilft bei der Suche nach Raubkunst

Doch Hugo Helbing hat etwas Wichtiges hinterlassen. Einen Schatz, mit dem die Eigentümer von NS-Raubkunst identifiziert werden können: Seine Auktionskataloge, versehen mit Preisen, Namen und Daten.

Heute liegen sie im Keller des Zentralinstituts für Kunstgeschichte. Die Kunsthistorikerin Theresa Sepp: „Diese Daten sind natürlich sehr relevant für die Forschung, weil wir da immer die Verbindung zwischen Objekten und Personennamen brauchen. Wir müssen immer das Eigentum nachweisen und dafür sind solche Quellen, die sehr selten zugänglich sind, Gold wert.“

Helbings Auktionskataloge und Notizen helfen heute dabei, Raubkunst an die Nachfahren der Eigentümer zurückzugeben.

Seine private Kunstsammlung bleibt verschwunden

Auch Johannes Nathan wusste wenig über seinen Ur-Großonkel Hugo Helbing und die Umstände seines Todes. Die Familie Nathan konnte 1936 in die Schweiz fliehen.

„Durch den Anruf eines Kunsthändlers sind wir damals darauf aufmerksam gemacht worden. Ich war erst mal ziemlich sprachlos. Ich hatte das nicht angenommen, weil er war immerhin 75, da kann man auch davon ausgehen, er sei eines natürlichen Todes gestorben. Und da fing ich dann an, selbst mal ein bisschen nachzudenken.“

Wer waren die Männer, die ihn getötet haben? Und wo ist Hugo Helbings eigene Sammlung? Danach sucht Johannes Nathan schon seit Jahren. Nach dem Tod von Hugo Helbing 1938 wurde ein Treuhänder für die Galerie eingesetzt. Die Gestapo beschlagnahmte die Kunstgegenstände, bis heute sind viele verschwunden.

Die Stadt München setzt jetzt in der Liebigstraße ein Erinnerungszeichen (externer Link), dort, wo sich einst seine Galerie befand. Hugo Helbing, einer der großen Kunsthändler Deutschlands: Er ist nicht vergessen.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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