Die Kampagne „No Music For Genocide“ („Keine Musik für den Genozid“) fordert einen Ausschluss des israelischen Fernsehsenders Kan vom ESC, weil dieser sich „an den von Israel begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit mitschuldig gemacht“ habe. Die Initiatoren werfen der Europäischen Rundfunkunion (EBU), die für den ESC verantwortlich ist, „Heuchelei“ vor. Der ESC werde dazu genutzt, die militärischen Handlungen Israels im Gazastreifen reinzuwaschen und zu „normalisieren“.
Bereits seit September 2025 ruft die Kampagne Musikerinnen, Musiker und Labels dazu auf, ihre Musik in Israel nicht mehr verfügbar zu machen, also das Streaming auf dem Staatsgebiet von Israel per Geoblocking zu unterbinden.
Teilnahme von der Rundfunkunion ausdrücklich erlaubt
Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hatte am 4. Dezember ausdrücklich erklärt, an dem Musikwettbewerb könnten alle Länder teilnehmen, die das wünschen. Israels Präsident Izchak Herzog lobte diese Entscheidung. „Israel verdient es, auf allen Bühnen der Welt vertreten zu sein“, schrieb er auf der Plattform X. „Ich freue mich, dass Israel wieder am Eurovision Song Contest teilnehmen wird.“
Mehr als 1.100 Musikerinnen und Musiker haben den Aufruf zum Boykott seither unterschrieben, darunter unter anderem Pink-Floyd-Mitgründer Roger Waters, Ex-Genesis-Frontmann Peter Gabriel, die britische Band Massive Attack, der US-Rapper Macklemore, Sigur Rós, Mogwai, Primal Scream, Of Monsters And Men, Hot Chip, Idles oder die nordirische Rap-Gruppe Kneecap.
Anlass für die Debatte um Israels ESC-Teilnahme ist der israelische Militäreinsatz im Gazastreifen als Reaktion auf den Angriff der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023.

