Berlins parteilose Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson hat um ihre Entlassung gebeten. Das teilte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) in der Hauptstadt mit. Zur Begründung für ihren Schritt sagte Wedl-Wilson, sie wolle Schaden vom Kampf gegen Antisemitismus abwenden. Hintergrund ist eine Affäre um die Vergabe von Fördermitteln für Projekte gegen Antisemitismus. Es gab Kritik vom Landesrechnungshof.
Fördermittel für Projekte gegen Antisemitismus kritisiert
Bei der Affäre geht es um 2,6 Millonen Euro für insgesamt 13 Projekte gegen Antisemitismus, die 2025 vor allem von der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus zur Förderung vorgeschlagen wurden. Der Landesrechnungshof kam nun aber bei einer Prüfung zu dem Schluss, dass die ausgewählten Projekte weder ordnungsgemäß ausgewählt noch fachlich geprüft worden seien. Einige der Projekte seien auch gar nicht förderberechtigt gewesen.
Vorwurf, Mittel auf Druck der CDU vergeben zu haben
Grüne und Linke werfen Wedl-Wilson und ihrem Amtsvorgänger Joe Chialo (CDU) vor, Mittel nach unklaren Kriterien und auf Druck aus der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus vergeben zu haben. Im Fokus steht vor allem der Berliner CDU-Abgeordnete Christian Goini, der unter anderem in zahlreichen WhatsApp-Nachrichten an Wedel Wilson immer wieder auf die Auszahlung der Mittel gedrängt hatte. Die Senatorin hatte die Anträge schließlich bewilligt.
Rechtssichere Förderkulisse bei Projekten gegen Antisemitismus
Seit Dezember 2025 beschäftigt sich ein Untersuchungsausschuss des Berliner Landesparlaments mit dem Thema. Von der Senatsverwaltung für Kultur heißt es, sie werde durch einen noch von Wedl-Wilson selbst gestarteten Prozess „sicherstellen, dass es eine rechtssichere Förderkulisse bei Projekten gegen Antisemitismus geben wird“.

