Die Gläubiger des angeschlagenen Agrar- und Handelskonzerns BayWa sollen einem Medienbericht zufolge auf eine Milliarde Euro verzichten. Bei diesem Volumen könnte ein möglicher Schuldenschnitt liegen, berichtete das „Handelsblatt“ (externer Link; möglicherweise Bezahlinhalt) am Montag unter Berufung auf Finanzkreise. Auch Instrumente wie Besserungsscheine würden diskutiert, hieß es weiter. Ein BayWa-Sprecher lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.
BayWa verhandelt über Schuldenschnitt und neuen Sanierungsplan
Bei der BayWa laufen derzeit Verhandlungen über Anpassungen des Sanierungskonzepts, dabei steht auch ein Schuldenschnitt im Raum. Hintergrund ist die Lage der Tochter BayWa r.e., die Solar- und Windkraftprojekte entwickelt und unter den trüben Aussichten in der Branche leidet.
Die BayWa hatte Mitte März eingeräumt, dass die 1,7 Milliarden Euro, die der 2028 geplante Verkauf des 51-Prozent-Anteils einbringen sollte, nicht mehr realistisch seien. Der Verkaufserlös war ein fester Bestandteil des Sanierungskonzepts, mit dem die BayWa ihre Verschuldung um vier Milliarden Euro abbauen wollte.
Die – getrennt von der Mutter – laufende Sanierung der Tochter wird damit laut einer eigenen Mitteilung der r.e. voraussichtlich zwei Jahre länger dauern als geplant, das neue Zieldatum ist das Jahr 2030. „Die Restrukturierung ist auf Kurs, allerdings liegt noch ein weiter Weg vor uns“, sagte zuletzt Sanierer Hans-Joachim Ziems. „Angesichts der deutlich eingetrübten Marktbedingungen wird es kontinuierlich weitere Restrukturierungsmaßnahmen geben müssen.“
Verschuldeter Agrarriese ist Schlüsselakteur für Bauern
Der größte deutsche Agrarhändler war 2024 nach missglückter internationaler Expansion in finanzielle Schieflage geraten, weil das Unternehmen die Zinsen seiner Milliardenschulden nicht mehr zahlen konnte.
Die BayWa ist in Süd- und Ostdeutschland von großer Bedeutung für die Landwirtschaft. Der Konzern kauft einerseits Ernten an und beliefert die Bauern andererseits mit Landmaschinen, Saatgut und Dünger.
Mit Informationen von Reuters

