Ölkrisen seit den 70er Jahren häufig noch viel schlimmer
In der ersten Ölkrise von 1973/74 hatten sich Kraftstoffe wesentlich stärker verteuert als bislang im Iran-Krieg. Auslöser war damals der Jom-Kippur-Krieg zwischen Israel und den arabischen Nachbarstaaten. Im OPEC-Förderkartell organisierte (arabische) Staaten drosselten damals bewusst ihre Fördermengen, um wirtschaftlichen Druck auf westliche Staaten auszuüben. Die hatten Israel unterstützt, allen voran die USA.
Im Februar 1974 war importiertes Erdöl schließlich mehr als dreimal so teuer wie im Vorjahresmonat. Mineralölprodukte kosteten im Schnitt fast zwei Drittel (+66 Prozent) mehr als im Februar 1973. Der Heizölpreis war im Winter bereits um 183 Prozent gestiegen.
Zweite Ölkrise durch Iran- und Golfkrieg 1979/80 mit Langzeitwirkung
Bei der zweiten Ölkrise, die sich fünf Jahre nach der ersten entwickelte, stand Iran im Mittelpunkt. 1979 war es dort zur Islamischen Revolution gekommen, die zu Förderausfällen führte und im September 1980 den Ersten Golfkrieg auslöste. Der Importpreis für Erdöl verdoppelte sich und stieg in den folgenden Jahren immer weiter bis zum März 1985. Die Entwicklung der Gaspreise folgte häufig mit einer Verzögerung von einigen Monaten dem Ölpreis.
Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 zugleich auch eine Energiekrise
Der Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 gilt als Höhepunkt der Finanzkrise, die nicht nur die Börsenpreise schwanken ließ. Auch bei Heizöl- und Kraftstoffen gab es Marktturbulenzen, die sich im Folgejahr 2009 mit der Euro-Schuldenkrise verstärkten.
Bereits im Juli 2008 erreichte der Preis für Erdöl seinen bis dahin höchsten Stand mit Preisen um 132 Dollar je Barrel, nach einem Anstieg um mehr als 50 Prozent zum Vorjahr. Bis 2012 ging es kräftig auf und ab mit den Energiepreisen.
Corona brachte nur vorübergehend Entspannung am Energiemarkt
Die Corona-Pandemie ab 2020 brachte mit einem starken Einbruch der Weltwirtschaft auch die Energiepreise unter Druck. Im April 2020 war der Ölpreis so niedrig wie seit August 1999 nicht mehr, bedingt durch einen Einbruch der Nachfrage.
Darauf stellten sich auch die Erdöl-Förderländer und die petrochemische Industrie ein, die daraufhin ihre Produktion stark drosselten. Da die wirtschaftliche Erholung bereits in der Corona-Krise überraschend schnell erfolgte, gab es deshalb einen umso stärkeren Anstieg der Energiepreise. Dieser Aufwärtstrend wurde anschließend durch den Ukraine-Krieg verstärkt, der die Preise für Öl und Gas deutlich steigen ließ.

