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USB-C: Gemeint sind damit diese dünn-ovalen, etwa acht Millimeter langen und zwei Millimeter breiten Stecker für Handys, Notebooks, Bluetooth-Lautsprecher und ähnliche Geräte. Auch neue, in der EU verkaufte Notebooks müssen sich seit dem 28. April damit laden lassen.
Was als Vereinfachung gedacht ist, führt in der Praxis aber erst einmal zu vielen Nachfragen – auch BR24-User diskutieren in den Kommentarspalten die Unterschiede der USB-C-Stecker. Nutzer „Tom_W“ etwa sagt: „(…) USB-C ist leider nicht – wie man meinen möchte – ein einheitlicher Standard. Nur der Stecker ist gleich. Kabel und Geräte unterscheiden sich erheblich in den Leistungen für Laden, Daten und Video. Und die Eigenschaften sind äußerlich nicht zu erkennen, was ich extrem ärgerlich finde. (…)“ Und „Werner1955“ kritisiert: „Die alten passen nicht mehr und bei neuen Geräten sind keine Kabel und Ladegeräte mehr dabei.“
USB-C ist doch jetzt Standard – warum kann trotzdem nicht jedes Kabel alles?
Weil nicht der Stecker der Knackpunkt ist, sondern das daran hängende Kabel im Zusammenspiel mit dem Ladegerät. Manche Kabel können mit maximal 15 Watt laden, andere mit 100 oder mehr Watt. Ist ein E-Marker-Chip im Stecker verbaut, teilt er dem Ladegerät mit, welche Ströme das Kabel sicher leiten kann. Ist er nicht verbaut, begrenzen viele Ladegeräte die Ladeleistung automatisch – unabhängig davon, wie viel Watt das Kabel leisten könnte.
Welches Kabel brauche ich für welches Gerät?
- Für Smartphones, Tablets, Bluetooth-Lautsprecher und ähnliche kleine Geräte reicht zum Laden grundsätzlich ein einfaches USB-C-Kabel. Wer schnell laden will, achtet auf den Zusatz PD (siehe unten).
- Für Notebooks braucht man in der Regel ein Kabel mit mindestens 65, für schnelle Gaming-Geräte auch 100 Watt und E-Marker-Chip – und ein Ladegerät, das 20 Volt liefert. Einfache Handy-Ladegeräte reichen dafür nicht aus.
Für die Kabellänge gilt: Ein Meter funktioniert zuverlässig, zwei Meter können funktionieren. Je länger das Kabel, desto mehr Energie geht als Wärme verloren statt in den Akku. No-Go: Mehrere Kabel mit Adaptern zusammenstecken, um sie zu verlängern, das verschlechtert die Ladefunktion.
Was ist Thunderbolt – und brauche ich das?
Thunderbolt ist quasi die eierlegende Wollmilchsau unter den Ladekabeln. Thunderbolt-Kabel können gleichzeitig mit bis zu 100 Watt laden, Daten mit bis zu 40 Gigabit pro Sekunde zehn Mal schneller als ein normales USB-C-Datenkabel übertragen und dabei noch einen externen Monitor ansteuern. Erkennbar ist Thunderbolt am Blitzsymbol auf dem Stecker. Entwickelt wurde die Technik von Intel gemeinsam mit Apple. Heute steckt Thunderbolt auch in Notebooks von Dell, Lenovo, HP und anderen.
Was bringt das PD-Schnellladen – und was brauche ich dafür?
Schnellladen funktioniert nicht automatisch, nur weil ein Kabel eine hohe Wattzahl leiten kann. Dafür muss das Kabel zusätzlich die Schnellladetechnik Power Delivery unterstützen, kurz PD. Damit das funktioniert, müssen Ladegerät, Kabel und Gerät PD unterstützen. Ladegerät und Smartphone, Tablet oder Notebook handeln dann automatisch aus, wie viel Strom fließen soll – bis zur Obergrenze, die das Gerät verträgt.
Passt jedes Ladegerät zu jedem Kabel?
Nein. Alte Ladegeräte haben oft nur USB-A-Buchsen für die rechteckigen, größeren USB-A-Stecker. Ein Adapter kann eine Lösung sein, allerdings geht damit Leistung verloren. Ideal sind also Ladegeräte mit USB-C-Buchsen. Aber Achtung: Wie schnell geladen wird, bestimmt das schwächste Element in der Kette. Ein Kabel für 60 Watt bremst ein 100-Watt-Ladegerät automatisch aus.
Ist USB-C wirklich besser als die alten Standards?
In mancher Hinsicht schon: Ein gutes Notebook-Ladegerät mit passendem Kabel kann künftig alle Geräte versorgen. Aber: Alle Kabel sehen gleich aus, können sich aber in ihrer Wattzahl, der Thunderbolt- und Schnellladefähigkeit erheblich unterscheiden. Das kann irritierend sein.
Wie erkenne ich beim Kauf, was ein Kabel kann?
Am Kabel selbst oft gar nicht. Manchmal ist auf dem Stecker die Wattzahl vermerkt, manchmal nicht. Nur das Thunderbolt-Symbol steht in der Regel auf dem Stecker. Daher der Tipp: Das neue, schnellladende Notebook-Kabel direkt nach dem Auspacken mit einem kleinen Aufkleber markieren, um es von dem mutmaßlichen Kabelsalat in Ihrer Schublade später noch unterscheiden zu können.

