Igel sind besonders in der Dämmerung aktiv, vor allem jetzt im Mai, denn in diesem Monat beginnt die Paarungszeit der Stacheltiere. Dann sind die männlichen Tiere unterwegs auf der Suche nach Weibchen. Aber: Es sind immer weniger Exemplare unterwegs. Der Igel gilt als „potenziell gefährdet“.
Um mehr über das Verhalten der Tiere und ihre Bestände zu erfahren, ruft der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) mit Sitz in Hilpoltstein wieder dazu auf, gesichtete Igel im Internet zu melden. Auch tote Tiere sollen eingetragen werden. Vom 15. bis 25. Mai kann auch bundesweit mitgemacht werden.
Igel-Karte im Internet
Wer einen Igel sieht, soll diesen auf der Website igel-in-bayern.de [externer Link] eintragen, sagt Angelika Nelson: „Wer einen Igel im Garten oder am Straßenrand entdeckt, kann mit einer einfachen Online-Meldung einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten“, so Nelson. Dabei sollten der Fundort und das Datum eingetragen werden. Auch tote Tiere sollen gemeldet werden.
Die Daten fließen in eine zentrale Datenbank ein, die auch vom Naturschutzbund Deutschland, der Deutschen Wildtierstiftung und anderen Partnern genutzt wird. Wissenschaftler werten die Funde anschließend aus und können so unter anderem Rückschlüsse auf den Bestand und die Lebensweise ziehen.
Rasenmäher im Mai stehen lassen, Mähroboter nur tagsüber
Besonders im Mai seien die Tiere aktiv, sagt Angelika Nelson vom bayerischen Naturschutzverband LBV. Dann beginnt die Paarungszeit. Deshalb sei es ratsam, in diesem Monat den Rasen nicht zu mähen: „Denn ungemähte Flächen schaffen Lebensraum für Wildblumen, Kräuter und viele Insekten. Davon profitieren dann Igel, Vögel und Fledermäuse.“
Mähroboter sollten generell nur tagsüber verwendet werden, nicht nachts. Sie stellen eine große Gefahr für die Igel dar Die Tiere sind in der Nacht auf der Suche nach Futter. Auch in Städten, in Parks und Gärten sind sie unterwegs. Regenwürmer und Insekten wie Käfer, Schmetterlingsraupen oder Ohrwürmer stehen auf der Speisekarte der stacheligen Tiere. Auf der Suche nach Nahrung legen sie oft mehrere Kilometer zurück.
Igelfreundlichen Garten mögen auch andere Tiere
Wer selbst etwas Gutes für den Igel tun will, kann seinen Garten außerdem bedarfsgerecht für die Tiere anpassen. Auf einen engmaschigen Zaun sollte verzichtet werden, so der LBV, darin können die Igel steckenbleiben. Am besten sollte ein neuer Zaun erst zehn Zentimeter über dem Boden beginnen, so können die Tiere durchschlüpfen. Dann sollten mögliche Fallen wie Klappen oder Löcher bedeckt werden.
Besonders igelfreundlich sind heimische Hecken, Stauden und blühende Wiesen – sie locken Insekten an und bieten auch zahlreichen Vögeln Nahrung. Zudem liebt der Igel Laub, Totholz, ein bisschen „Unordnung“ und ein ruhiges Plätzchen, an dem er sich gut verstecken kann.
Gerade in den Sommermonaten werden häufiger Laub- oder Holzhaufen angezündet. Manchmal verstecken sich die Tiere in diesen Haufen, deshalb sollten sie vorher kontrolliert werden. Wer seinen Garten gegen Ungeziefer schützen möchte, sollte möglichst auf biologische Alternativen umsteigen. Rattengift, Insekten- und Unkrautvernichter sowie Schneckenkorn sind ebenfalls eine Gefahr für die Igel.
Wie andere Lebewesen benötigen die Tiere jeden Tag frisches Trinkwasser. Als Tränke, so der LBV, eignet sich ein flaches Gefäß wie zum Beispiel ein Blumentopfuntersetzer, den man immer wieder reinigen sollte. So kann man bestenfalls den Igel gleich vor der eigenen Tür beobachten – und melden.
Projekt 2015 mit Bayerischen Rundfunk gestartet
Das Citizen-Science-Projekt „Igel in Bayern“ wurde 2015 zusammen mit dem Bayerischen Rundfunk ins Leben gerufen. Hintergrund war, mit Hilfe der Bürgerinnen und Bürger mehr Erkenntnisse über die gefährdeten Tiere zu bekommen. Unter anderem der Straßenverkehr, mangelnde Nahrung und fehlender Lebensraum sorgen dafür, dass die Bestände in Gefahr sind.
Der BR zog sich 2017 zwar aus dem Projekt zurück, es läuft aber weiter. Seit 2023 werden die gesammelten Daten aus Bayern auch an die bundesweite Meldeaktion „Deutschland sucht Igel und Maulwurf“ [externer Link] übertragen. So wird zusammen mit der Deutschen Wildtierstiftung, dem NABU/naturgucker und weiteren Partnern die Verbreitung des Igels in Deutschland erfasst. Im Mai und September wird seitdem regelmäßig dazu aufgerufen, für zehn Tage lebende und tote Igel zu melden.

