Das Finale des Eurovision Song Contest (ESC) ist komplett: In Wien haben sich im zweiten Halbfinale zehn weitere Länder für die große Finalshow mit 25 Teilnehmern am Samstag qualifiziert. Unter den erfolgreichen Halbfinalisten sind Australien und Dänemark, die beide zum erweiterten Favoritenkreis gezählt werden. Deutschland geht mit Sängerin Sarah Engels ins Rennen.
Bei der zweiten Halbfinal-Show stachen vor allem starke Sängerinnen hervor wie die Australierin Delta Goodream, die seit über 20 Jahren schon ein internationaler Star ist. Die 41-jährige Singer-Songwriterin rechtfertigte in der Wiener Stadthalle mit ihrer Ballade „Eclipse“ die hohen Erwartungen an eine starke Platzierung Australiens – die in ihrem Heimatland äußerst erfolgreiche Sängerin zeigte einen perfekt inszenierten Auftritt. Australien nimmt seit 2015 an dem Wettbewerb teil, es bekam als assoziiertes Mitglied der Europäischen Rundfunkunion EBU damals ein Startrecht.
Finnland, Griechenland und Australien Topfavoriten im Finale
Die Buchmacher sehen sie im Finale am Samstag auf Platz drei, hinter Finnland und Griechenland, die sich bereits im ersten Halbfinale am Dienstag qualifizieren konnten. Auch Israel, das sich ebenfalls bereits am Dienstag qualifizieren konnte, werden von den Wettbüros Siegchancen zugerechnet. Die Teilnahme Israels hatte im Vorfeld für eine heftige Kontroverse gesorgt. Mehrere Organisationen hatten den Ausschluss des Landes wegen Israels Vorgehens im Gazastreifen gefordert. Neben Spanien bleiben darum auch Irland, die Niederlande, Island und Slowenien dem ESC fern.
Von den erfolgreichen Teilnehmern des zweiten Halbfinales werden auch dem Dänen Sören Torpegaard Lund mit seinem auf Dänisch gesungenen „For Vi Gar Hjem“ Siegchancen zugerechnet – das Lied ist eine kühle Popnummer mit provokativer Bühnenshow.
17-jährige Monroe aus Frankreich heimlicher Favorit
Sehr auffällig beim zweiten Halbfinale war die erst 17-jährige Sängerin Monroe aus Frankreich. Sie hat beim zweiten Halbfinale außer Konkurrenz mitgesungen, weil Frankreich zu den sogenannten Big Five gehört, den Ländern, die den Löwenanteil der ESC-Kosten stemmen und deshalb automatisch fürs Finale qualifiziert sind.
Monroe ist eine klassisch ausgebildete Sängerin, ihr Song erinnert ein bisschen an den spanischen Weltstar Rosalía und ihren Hit Berghain. Frankreich setzt auf ein zurzeit angesagtes Erfolgsrezept: Klassik meets Pop mit opernhaftem Gesang. Mit diesem Stil hat im letzten Jahr auch JJ den ESC gewonnen für Österreich.
Den absoluten Kontrast lieferte Dara aus Bulgarien mit ihrem Balkankracher Bangaranga. Es ist die Wortneuschöpfung des ESC und ein Kult im Internet.
Diese Länder sind im Finale noch dabei
Qualifizieren konnte sich auch die Rumänin Alexandra Capitanescu mit ihrem Lied „Choke me“. Die Rocknummer sorgte im Vorfeld für Kritik – Kritiker sehen darin eine Verharmlosung von sexuell motivierten Würgespielen. Neben diesen drei Ländern schafften es auch Bulgarien, die Ukraine, Norwegen, Malta, Zypern, Albanien und Tschechien ins Finale.
Dagegen mit einer bitteren Enttäuschung endete das zweite Halbfinale für die Schweiz, Luxemburg, Armenien, Aserbaidschan und Lettland. Diese fünf Länder sind ausgeschieden.
Deutschland bei Wettanbietern weit hinten
Deutschland mit Sarah Engels und dem Song „Fire“ war bereits für das Finale am Samstag gesetzt. Es gehört neben Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien zu den fünf großen Geldgebern des ESC. In den Wettbüros werden Engels keinerlei Siegchancen gegeben, sie wird weit abgeschlagen im hinteren Bereich der 25 Finalisten gesehen. Unmittelbar nach dem zweiten Halbfinale stand Engels in einer Übersicht aller Wettanbieter auf Platz 23 der nun 25 Finalisten. Nur Belgien und Österreich werden hinter Deutschland gesehen.
Das Finale wird live im Ersten übertragen. Außerdem gibt es einen Livestream in der ARD-Mediathek.

