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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Schauspieler Günther Maria Halmer ist tot
Kultur

Schauspieler Günther Maria Halmer ist tot

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 15. Mai 2026 17:47
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Der bekannte Schauspieler Günther Maria Halmer ist tot. Einen entsprechenden Bericht von „Bild“ (externer Link, möglicherweise Bezahl-Inhalt) bestätigte das Münchner Residenztheater dem Bayerischen Rundfunk. Der gebürtige Rosenheimer wurde 83 Jahre alt.

Inhaltsübersicht
Durchbruch mit „Münchner Geschichten“Tatort-Kommissar und internationale ProduktionenHalmer eckte immer wieder anAnfänge im Theater in MünchenHalmer hinterlässt Ehefrau und zwei Söhne

Durchbruch mit „Münchner Geschichten“

Seinen großen Durchbruch feierte Halmer an der Seite von Therese Giese 1974 in Helmut Dietls Kultserie „Münchner Geschichten“. Als Karl „Tscharlie“ Häusler spielte er sich in die Herzen des Publikums: Als sympathischer, aber fauler Hallodri im Münchner Lehel, der bei seiner Oma wohnt, träumt er vom schnellen Geld, scheitert oft und prägt mit seinem Spruch „Ois Chicago!“ die Serie. Auch Jahrzehnte später sagte Halmer über die Rolle, dass er den „Tscharlie“ von der inneren Haltung her immer noch sofort spielen könnte.

Tatort-Kommissar und internationale Produktionen

1986 hatte er seinen einzigen Auftritt als BR-Tatort-Kommissar Siggi Riedmüller. Er musste dort den Mord an einer Prostituierten aufklären.

Ab Ende der 80er Jahre übernahm er als Jurist Jean Abel die Hauptrolle in der ZDF-Filmreihe „Anwalt Abel“.

Halmer war auch in internationalen Produktionen erfolgreich: 1982 hatte er eine Nebenrolle im Oscar-prämierten Historienepos „Ghandi“ von Richard Attenborough sowie an der Seite von Hollywoodstar Meryl Streep in dem Holocaustdrama „Sophies Entscheidung“, in dem er den Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß spielte. 1986 spielte er neben Maximilian Schell, Omar Sharif und Laurence Olivier im Vierteiler „Peter der Große“ mit. Nur eine große Rolle blieb ihm versagt: „Den James Bond hätte ich schon gerne gespielt“, sagte Halmer.

Halmer eckte immer wieder an

Halmers Schullaufbahn und beruflicher Einstieg verliefen zunächst wenig gradlinig: Er flog vom Gymnasium, schmiss eine Lehre in der Hotellerie und eckte auch bei der Bundeswehr an. Von seinem Traumjob Pilot musste er sich verabschieden.

Mit Anfang 20 ging er nach Kanada, um eineinhalb Jahre lang in einer Asbestmine nahe der Grenze zu Alaska zu rackern – und um zu sich selbst zu finden. Dort sei die Idee entstanden, Schauspieler werden zu wollen.

Anfänge im Theater in München

Halmer absolvierte seine Schauspielausbildung Ende der 1960er Jahre an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule. Von 1969 bis 1974 war er festes Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele. Dort stand er in zahlreichen Inszenierungen auf der Bühne, unter anderem in Martin Sperrs „Jagdszenen aus Niederbayern“ und Marieluise Fleißers Komödie „Pioniere in Ingolstadt“.

Im vergangenen Jahr kehrte Halmer für ein Engagement an das Münchner Residenztheater zurück, wo er schon während seiner Schauspielausbildung auf der Bühne gestanden hatte. Dort spielte er die Titelrolle in der Uraufführung „Gschichtn vom Brandner Kaspar“ von Franz Xaver Kroetz. Zuletzt musste er aber krankheitsbedingt pausieren.

Andreas Beck, der Intendant des Bayerischen Staatsschauspielhauses, erklärte zu seinem Tod: „Ich verneige mich vor einem großen Schauspieler.“ Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) würdigte ihn als „echtes bayerisches Original“ und „vielseitigen Charakterdarsteller mit internationaler Strahlkraft“. Der Rosenheimer Landrat Otto Lederer (CSU) bezeichnete ihn als „unglaublich wandelbar“. Er habe seine Rollen „wirklich treffend spielen“ können.

Halmer hinterlässt Ehefrau und zwei Söhne

Günther Maria Halmer lebte mit seiner Frau Claudia, mit der er seit 1976 verheiratet war und zwei Söhne hat, in der Nähe von Rosenheim. Mit dem Thema Tod habe er keine Berührungsängste, sagte Halmer vor ein paar Jahren. „Der Tod ist für mich nichts Überraschendes mehr, im Alter wacht man damit auf, dass es jederzeit vorbei sein kann.“

Mit Informationen von dpa und epd

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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