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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Paukenschlag beim VdK: Vorsitzende Bentele soll gestürzt werden
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Paukenschlag beim VdK: Vorsitzende Bentele soll gestürzt werden

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 26. Mai 2026 10:52
Von Christin Freitag
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5 min. Lesezeit
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Im Sozialverband VdK Bayern eskaliert nach Informationen des Bayerischen Rundfunks derzeit ein heftiger interner Streit. Die Vorsitzende Verena Bentele wehrt sich gegen Bestrebungen des Vorstands, sie abzuberufen. Der begründet das Ansinnen mit unüberbrückbaren Differenzen.

Inhaltsübersicht
Interner Streit über Führung des VerbandsVorsitzende stemmt sich gegen drohende AbberufungGemeinsame Entscheidungen oder Alleingänge?Benteles Bundesvorsitz nicht direkt berührtBentele leitet VdK Bayern seit 2023

Interner Streit über Führung des Verbands

Es gebe „völlig unterschiedliche Auffassungen darüber, wie der Sozialverband VdK Bayern zu führen sei“, erklären Vorstandsmitglieder in einem internen Schreiben, aus dem die Zeitung „Frankenpost“ zitiert (externer Link, möglicherweise Bezahlschranke) zitiert. Bentele wird vorgeworfen, den VdK zu einem Zentralverband unter ihrer Führung umstrukturieren zu wollen. Der stellvertretende Landesvorsitzende des VdK Bayern und frühere CSU-Landtagsabgeordnete Hermann Imhof teilte dem BR nun mit, dass „nach dem ergebnislosen Verlauf intensiver Gespräche über alternative Lösungsansätze eine Fortsetzung der Zusammenarbeit im bisherigen Rahmen“ nicht mehr möglich sei.

Deshalb haben acht von zehn Mitgliedern des VdK-Landesvorstands ein Verfahren vor dem Landesausschuss Bayern eingeleitet, um die Verbandsvorsitzende Bentele sowie Schatzmeister Konrad Gritschneder von ihren Posten abzuberufen. „Wir werden die Entscheidung des Landesausschuss Bayern mitteilen, sobald sie vorliegt“, sagte Imhof. Das Gremium soll zeitnah tagen. Zuvor sei der Vorschlag, ihre Ämter bis zum offiziellen VdK-Landesverbandstag 2027 ruhen zu lassen, von Bentele und Gritschneder abgelehnt worden, wie aus beiden Lagern übereinstimmend zu hören ist.

Vorsitzende stemmt sich gegen drohende Abberufung

Bentele selbst wies die Vorwürfe gegenüber dem BR strikt zurück und spricht von einem „Machtkampf von Teilen des Vorstands gegen mich und den Schatzmeister des Verbands“. Ihr gehe es darum, den Verband professionell zu leiten. Auslöser sei eine Personalentscheidung gewesen, die sie treffen wollte, die habe sie aber nicht durchsetzen können. Sie sei fest überzeugt, dass das Abberufungsverfahren, das die acht anderen Vorstandsmitglieder angestoßen haben, im VdK Bayern insgesamt keine Mehrheit finde, sagte Bentele. Gegenüber dpa fügte sie nun hinzu, dass der VdK-Landesausschusses für eine Abberufung gar nicht zuständig sei. „Ich wurde von den Delegierten des Landesverbandstages gewählt. Deshalb können auch nur diese darüber entscheiden, ob sie mir weiterhin ihr Vertrauen schenken“, betonte Bentele und bedauerte, dass der Konflikt an die Öffentlichkeit getragen worden sei.

Gemeinsame Entscheidungen oder Alleingänge?

Demgegenüber betonte ihr Stellvertreter Hermann Imhof, „der Verband und der Landesvorstand werden durch demokratische Mehrheitsentscheidungen geführt, wie es eine professionelle und moderne Verbandsführung vorsieht. Alleingänge passen nicht in diese Kultur.“ Bentele wies die Vorwürfe zu Personalentscheidungen, angeblichem Druck auf Mitarbeitende sowie einer eigenmächtigen Umgestaltung von Zuständigkeiten zurück. Entscheidungen seien stets im Rahmen der satzungsgemäßen Gremienstrukturen erfolgt und gemeinsam abgestimmt worden.

Benteles Bundesvorsitz nicht direkt berührt

Die Vorsitzende sagte, sie wolle sich weiter voll und ganz für die Interessen des VdK Bayern einsetzen. Ihr Posten als Präsidentin des VdK auf Bundesebene ist von dem Streit nicht direkt berührt.

Bentele warf zudem der Landesgeschäftsführung vor, diese habe ihre persönliche Arbeitsfähigkeit massiv eingeschränkt. Nachdem klar gewesen sei, dass sie ihren Vorsitz nicht, wie es acht Vorstandsmitglieder gefordert hätten, bis zum Landesverbandstag 2027 vollständig ruhen lasse, habe ihre Assistenz die Landesgeschäftsstelle verlassen müssen. Ihr, der blinden Vorsitzenden, sei damit die Unterstützung entzogen worden, die sie zwingend benötige, um ihre Arbeit überhaupt wahrnehmen zu können. Dazu würden etwa das Verfassen von Dokumenten und die Unterstützung bei der Orientierung in neuen Räumen gehören. Dem BR liegen Schreiben vor, die die Versetzung der Assistentin belegen sollen.

Auf BR-Nachfrage widerspricht ihr Stellvertreter Hermann Imhof: Die Assistenz von Verena Bentele stehe ihr „nach wie vor (…) zur Verfügung“. Bentele sei „vollumfänglich arbeitsfähig“, also auch über „die barrierefreie Zugänglichmachung von Schriftverkehr“.

Bentele leitet VdK Bayern seit 2023

Regelmäßig berichtet der VdK darüber, dass er hohe Summen an Nachzahlungen etwa bei Rentenstreitigkeiten für seine Mitglieder erfolgreich einfordert. Auch in der Sozialpolitik beteiligt sich der Verband sehr aktiv an allen Diskussionen.

Der VdK Bayern wächst seit Jahren kontinuierlich und ist mit rund 850.000 Mitgliedern der mit Abstand stärkste Landesverband. Bundesweit hat der VdK knapp 2,4 Millionen Mitglieder. Die von Geburt an blinde ehemalige Spitzensportlerin Bentele leitet den VdK Bayern seit 2023, seit 2018 ist sie bereits Präsidentin auf Bundesebene. Der VdK nutzt das Gesicht der 44-Jährigen bislang regelmäßig in Image-Kampagnen für den Verband.

Hinweis: Der stellvertretende VdK-Bayern-Vorsitzende Hermann Imhof hat sich nach Erscheinen des Artikels zu einigen Punkten geäußert. Wir haben den Artikel entsprechend ergänzt.

Mit Material von dpa.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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