Die WM beginnt, die Getränke sind gekühlt, der Sommer ist am Start. Unter diesen Vorzeichen ändern sich im Juni für Verbraucherinnen und Verbraucher einige Dinge. Was genau, haben wir hier zusammengetragen.
Der Widerrufsbutton kommt
Wer beim Online-Shopping eine falsche Entscheidung getroffen hat, dürfte ab dem 19. Juni auf sämtlichen Websites einen Widerrufsbutton finden. Damit soll es deutlich leichter sein als bisher, einen Einkauf rückabzuwickeln, sagen die Verbraucherzentralen (externer Link).
Ein Widerruf wird künftig über einen zweistufigen Prozess ablaufen: Zunächst wird der Widerrufsbutton betätigt, im Anschluss muss die Kundin oder der Kunde ein Formular ausfüllen. Dafür ist kein Account notwendig und auch keine Angabe von Gründen. Dieses neue Verbraucherrecht geht auf eine EU-Richtlinie zurück und gilt für Einkäufe, Buchungen, App-Käufe und alles andere, was online geshoppt werden kann.
Ende des Tankrabatts – oder nicht?
Steuer senken und damit die hochgesprungenen Spritpreise um 17 Cent senken, das ist die Idee hinter dem Tankrabatt. Die Bundesregierung lässt sich das etwa 1,6 Milliarden Euro in Form von entgangenen Steuern kosten. Nach anfänglichen „Schwierigkeiten“ hat diese Idee im Mai auch weitgehend funktioniert. Ende Juni soll aber Schluss sein mit der Maßnahme. Bislang lässt die Bundesregierung offen, ob sie die Maßnahme doch noch einmal verlängert.
Die Bahn kontert unterdessen mit einer Art Gegenangebot: Ab Mitte Juni sollen Familien mit bis zu fünf Personen zu einem Pauschalpreis den Zug (externer Link) nehmen können. Sofern die Reise während der Sommerferien stattfindet, zahlen sie für ein „DB Familienticket“, also Hin- und Rückfahrt, knapp 100 Euro, inklusive Sitzplatzreservierung.
Energy Sharing wird möglich
Wer eigenen Strom vom Dach produziert und den gerne an seine Nachbarn, Verwandten oder Lieblingslädchen zu günstigen Konditionen weiterverkaufen möchte, kann das ab Juni tun. Denn dann wird das sogenannte „Energy Sharing“ möglich sein. Was genau dahinter steckt und für wen es sich lohnen kann, lesen Sie hier.
Regel zu 65-Prozent-Erneuerbare bei Heizungen verzögert sich
In Städten ab 100.000 Einwohnenden müssen neue Heizungsanlagen bald mindestens 65 Prozent ihrer Energie aus Erneuerbaren erzeugen – allerdings nicht so bald wie ursprünglich geplant. Nach dem Gebäudeenergie-Gesetz (GEG) wäre der Stichtag für die 65-Prozent-Regel der 30. Juni. Doch weil das GEG durch das GMG (Gebäudemodernisierungsgesetz) abgelöst wird, verschiebt sich der Stichtag voraussichtlich auf November.
Für alle, die aktuell über eine neue Heizung nachdenken – entweder, weil die alte irreparabel kaputt ist oder weil sie sich durch den Förderdschungel des BAFA kämpfen – bleibt also noch etwas Zeit. Das Bundeswirtschaftsministerium rät in beiden Fällen dazu, sich vorher einmal unabhängig beraten zu lassen. In Härtefällen können Eigentümer auch von der „Pflicht zum Erneuerbaren Heizen“ befreit werden, schreibt das Bundeswirtschaftsministerium.
Herkunft von Honig muss transparent gekennzeichnet werden
Aufmerksame Verbraucherinnen und Verbraucher haben über diese Aufschrift bestimmt schon mal geschmunzelt: „Aus EU- und Nicht-EU-Ländern“. Das ist beispielsweise auf Nussverpackungen zu lesen oder auch immer häufiger auf Honiggläsern. Ab dem 14. Juni ändert sich das, dank der „Frühstücksrichtlinie“ der EU: Von da an müssen sämtliche Ursprungsländer des Honigs gelistet werden. Und zwar in absteigender Reihenfolge des Gewicht-Anteils. Zur Frühstücksrichtlinie gehören auch Vorgaben zu Fruchtsäften, Konfitüren und Trockenmilch.
Lebendorganspenden werden erleichtert
Am 6. Juni ist der bundesweite Tag der Organspende. Pünktlich zu diesem Anlass werden Lebendnieren-Spenden künftig auch „über Kreuz“ möglich. Das heißt, dass auch anonyme Spenden an eine nicht bekannte Person möglich werden, dadurch erweitert sich der Empfängerkreis erheblich. Denn bisher war eine Nierenspende nur möglich, wenn die Personen einander kannten. Haben dann aber Blutgruppe oder Gewebemerkmale nicht gepasst, konnte die Spende nicht durchgeführt werden. Nähere Informationen dazu gibt das Bundesgesundheitsministerium (externer Link).
Was sonst noch wichtig wird:
- Möglicherweise gibt es im Juni weitere Streiks bei der Postbank: Im aktuellen Tarifstreit ist die nächste Verhandlungsrunde am 15. Juni angesetzt.
- Die MMS (Multimedia Message Service) ist ab Ende Juni Geschichte und wird von RCS abgelöst: Rich Communication Services.
- Am 11. Juni beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA. BR24 berichtet bis nach dem Finale am 19. Juli. Hier finden Sie die Übersicht.

