Nach Angaben der IG Metall ist beim Autozulieferer Mahle für den Standort Neustadt an der Donau eine tarifliche Einigung erzielt worden. Nach vier Tagen „Erzwingungsstreik“ erhielten die Beschäftigten hohe Abfindungen – weit über das übliche Maß hinaus, teilte die Gewerkschaft mit.
Unbefristeter Streik wegen geplanter Werkschließung
Die Belegschaft war am Dienstag aus Protest gegen die für das erste Halbjahr 2027 geplante Werksschließung in einen unbefristeten Streik getreten. IG Metall-Mitglieder erhielten neben den Abfindungen einen zusätzlichen Mitgliederbonus, erklärte die Gewerkschaft weiter.
„Das Management ist nicht bereit, seine Fehlentscheidung zurückzunehmen. Mit diesem Verhandlungsergebnis ist es gelungen, trotz der Schließung des Standorts wichtige soziale Absicherungen für die Beschäftigten durchzusetzen“, erklärt Rico Irmischer, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg.
Details der Einigung
Die konkrete Höhe der Abfindungen ist den Angaben nach abhängig vom Alter der Beschäftigten und der Dauer ihrer Betriebszugehörigkeit. Zusätzliche Abfindungen gibt es zum Beispiel für Beschäftigte mit Kindern, mit Schwerbehinderung und für Mitglieder der IG Metall. Insbesondere der Mitgliederbonus bringe organisierten Beschäftigten mit langen Mitgliedschaften deutlich mehr Abfindung ein. Außerdem seien ein Härtefall-Fonds sowie eine Transfergesellschaft vereinbart worden. Der Streik soll fortgesetzt werden, bis die IG Metall-Mitglieder in einer zweiten Urabstimmung über die Annahme des Verhandlungsergebnisses und die Beendigung des Erzwingungsstreiks abgestimmt haben. Für die Annahme ist eine Zustimmung von mindestens 25 Prozent erforderlich. Die Urabstimmung ist für Montag, den 01.06.2026, geplant.

