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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Als Zollbeamtin gegen Schwarzarbeit ermitteln – Lohnt sich das?
Wirtschaft

Als Zollbeamtin gegen Schwarzarbeit ermitteln – Lohnt sich das?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 8. Juni 2026 11:47
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Alaia (22) ist Zollbeamtin in der Finanzkontrolle für Schwarzarbeit. Ermittelt wird beispielsweise, ob Angestellte den gesetzlichen Mindestlohn bekommen, Gewerbe angemeldet sind oder Sozialleistungen rechtskonform bezogen werden. Für sie der spannendste Teil ihrer Arbeit: die unangekündigten Prüfungen vor Ort. „Ich hatte durchaus schon Prüfungen, bei denen Leute geflohen sind. Da schießt das Adrenalin kurz hoch“, erzählt die Zollbeamte.

Inhaltsübersicht
Über vierzig Wochenstunden und 350.000 WhatsApp-NachrichtenWie viel verdient eine Zollbeamtin in der Ermittlung gegen Schwarzarbeit?Schwarzarbeit in DeutschlandDer entstandene Schaden

Zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen überprüft sie unter anderem Gaststätten, Baustellen, Imbisse oder Lieferdienste auf Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung. Ihre Kontrollen erstrecken sich über viele verschiedene Arbeitsfelder, da sie keinem bestimmten Bereich zugeordnet ist.

Über vierzig Wochenstunden und 350.000 WhatsApp-Nachrichten

Alaia war früh klar: Sie will zum Zoll. Nach dem Realschulabschluss hat sie die Ausbildung zur Zollobersekretärin im mittlernen Dienst gemacht und anschließend im Bereich der Gastronomieprüfungen gearbeitet. Später ist sie ins Team der Ermittlungen gewechselt. Heute ist sie seit sieben Jahren beim Zoll, im mittleren Dienst. Um sich für den gehobenen Dienst zu qualifizieren, müsste sie ihr Abitur nachholen, sich entlassen lassen aus dem Beamtenverhältnis, neu bewerben und drei Jahre studieren gehen. Das kommt für Alaia aktuell nicht in Frage.

Dadurch, dass Alaia im Bereich der Ermittlungen tätig ist, verbringt sie die meiste Arbeitszeit im Büro und wertet dort Hinweise oder Beweise aus. Aktuell betreut sie zwei große Ermittlungsfälle und wertet dazu über 350.000 WhatsApp-Nachrichten aus. Etwa ein bis zwei Tage pro Woche verbringt sie im Außendienst. Insgesamt arbeitet Alaia 41 Stunden pro Woche.

Wie viel verdient eine Zollbeamtin in der Ermittlung gegen Schwarzarbeit?

Alaias Grundgehalt liegt nach Besoldungsgruppe A7, Stufe 2 bei 3.142 Euro. Da Alaia als Zollbeamtin im Einsatz Gefahren ausgesetzt ist, erhält sie eine Polizeizulage in Höhe von 228 Euro. Von ihren 3.375 Euro brutto gehen ihr aufgrund ihres Beamtenstatus lediglich die Lohnsteuer und die private Krankenversicherung ab. Monatlich bleiben ihr 2.596 Euro netto. Jährlich macht sie ein Brutto von 40.166 Euro. Für Alaia lohnt sich ihr Beruf, mit ihrem Gehalt ist sie zufrieden.

Schwarzarbeit in Deutschland

Alaia ist eine von rund 9.700 Beamten und Beamtinnen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit. Vergangenes Jahr haben sie, laut Bundesministerium für Finanzen, gemeinsam über 25.000 Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber überprüft. Viermal so viele Strafverfahren wurden eingeleitet. In Gaststätten waren es mehr als 13.000 Ordnungswidrigkeiten. Auch in zahlreichen Kosmetik- und Friseurgewerben lag ein Verdacht auf Schwarzarbeit vor, hierzu wurden 2025 knapp 15.787 Menschen befragt.

Mehr als 20.000 Personenbefragungen führten zu einer Vielzahl von Strafverfahren im Speditions‑, Transport‑ und Logistikgewerbe. Dem Institut der Deutschen Wirtschaft zufolge arbeiten jährlich mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland schwarz. Viele handeln aus Not.

Der entstandene Schaden

675 Millionen Euro – so hoch ist der Gesamtschaden (externer Link), den die 25.800 im Jahr 2025 geprüften Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern verursacht haben. Die Summe setzt sich aus den versäumten Sozialbeiträgen, Steuerhinterziehung und nicht gezahlten Mindestlöhnen sowie ähnlichen Schäden zusammen. Die Ermittlungen sollen laut Zoll zu Freiheitsstrafen von insgesamt 1.200 Jahren geführt haben.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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