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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Trumps Aliens-Kampagne: Entmenschlichung und Denunziation
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Trumps Aliens-Kampagne: Entmenschlichung und Denunziation

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 15. Juni 2026 09:47
Von Michael Farber
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3 min. Lesezeit
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Die Website funktioniert wie ein Sci-Fi-Horrortrailer: geheime Akten, ein dramatischer Zähler mit über drei Millionen „Alien-Begegnungen“, eine interaktive Karte mit rot aufflackernden Festnahmen – und ein roter Knopf, mit dem Bürger verdächtige Migranten bei der Einwanderungsbehörde ICE melden können. Recherchen zeigen, dass der Zähler nicht in Echtzeit läuft [externer Link], sondern fest in den Code einprogrammiert ist und automatisch weiterläuft – eine reine Simulation.

Inhaltsübersicht
Entmenschlichung auf der RegierungswebsiteUSA 2026 sind nicht Deutschland 1933 – aber die Methoden ähneln sichKlima der DenunziationIm Video: Migrantenjagd per Mausklick – Ist das der Weg der USA in den Faschismus?

Entmenschlichung auf der Regierungswebsite

Philipp Adorf, Extremismusforscher an der Universität Bonn, ordnet die Kampagne im BR24-Interview für „Possoch klärt“ ein: Es finde eine systematische Entmenschlichung statt – zunächst von irregulären Migranten, zunehmend aber auch von Menschen ohne weißen angelsächsischen Hintergrund generell.

Die Bildsprache erinnere an autoritäre Regime – manche KI-generierten Motive aus dem Arbeitsministerium, die blonde, muskulöse Männer auf Baustellen zeigen, riefen auch Assoziationen mit stalinistischer Propaganda wach.

USA 2026 sind nicht Deutschland 1933 – aber die Methoden ähneln sich

Sind da Vergleiche mit 1933 angemessen? Historiker Magnus Brechtken vom Institut für Zeitgeschichte München widerspricht einer Gleichsetzung: Der Nationalsozialismus habe auf einer kohärenten Vernichtungsideologie beruht, die so in den USA nicht existiere.

Die amerikanische Zivilgesellschaft wehre sich gegen ICE-Einsätze – das sei fundamental anders als die Denunziationsbereitschaft der deutschen Bevölkerung nach 1933. „Die amerikanische Öffentlichkeit des Jahres 2026 funktioniert nicht so.“

Klima der Denunziation

Adorf verweist auf einen anderen Aspekt: ICE operiere mit unmarkierten Fahrzeugen, ohne Haftbefehl, mit massiv ausgeweiteten Befugnissen, und sei gleichsam ein „Staat im Staate“ – und die einzige Behörde, deren Budget im Rahmen von Trumps Sparpaket nicht gekürzt, sondern erhöht wurde. „ICE ist mehr oder weniger zum ‚Judge, Jury, and Executioner‘ geworden“, also zum Richter, Geschworenen und Henker in Personalunion.

Der Aufruf zur Denunziation ziele darauf ab, ein neues gesellschaftliches Klima zu normalisieren: Menschen nicht als Nachbarn zu sehen, sondern als Gefährder.

In den ersten 50 Tagen der zweiten Trump-Amtszeit gab es mehr als 32.000 Festnahmen durch ICE – darunter über 700 legale US-Staatsbürger. Die Transportsicherheitsbehörde TSA leitete mehr als 31.000 Passagierdatensätze an ICE weiter; 97 von 100 der betroffenen Personen hatten nichts getan.

Im Video: Migrantenjagd per Mausklick – Ist das der Weg der USA in den Faschismus?

 

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Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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