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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Luisenburg-Festspiele: Der „Da Vinci Code“ als Open-Air-Stück
Kultur

Luisenburg-Festspiele: Der „Da Vinci Code“ als Open-Air-Stück

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 22. Juni 2026 16:47
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Dieser Stoff ist großes Kino – auf der Filmleinwand. Dan Browns Erfolgs-Thriller „Sakrileg“ liest sich teilweise schon wie ein Drehbuch. Am Anfang: Ein Toter im Museum, schwer zugerichtet und versehen mit rätselhafter Symbolik.

Inhaltsübersicht
Dan Browns Thriller auf der Open-Air-Bühne in WunsiedelBesondere HerausforderungenLuisenburg-Festspiele setzen 2026 auf Verlässliches

Um das Rätsel hinter diesem Mord zu lösen, fliegen die Kryptologin Sophie Neveu und der amerikanische Symbolologe Robert Langdon im Roman bis nach London. Spielort folgt auf Spielort. Und doch lässt sich das gar nicht schlecht auf die Luisenburg-Naturbühne übertragen.

Dan Browns Thriller auf der Open-Air-Bühne in Wunsiedel

Seit 1890 gibt es die Luisenburg-Festspiele im Fichtelgebirge. Sie sind die ältesten Freilicht-Theaterfestspiele Deutschlands. Am Wochenende feierte das Ensemble auf der Felsenbühne die Premiere des Thrillers „Der Da Vinci Code – Sakrileg“.

Zum Granit der Felsen kommt dafür ein passendes Bühnenbild mit einer Reihe alter Gemäuer, in Szene gesetzt mit Lichteffekten. Das schafft eine mystische Stimmung. Dass eine Open-Air-Adaption gar nicht erst den Versuch zu unternehmen braucht, mit Hollywood mitzuhalten, weiß Luisenburg-Intendantin Birgit Simmler. Aber es wurde sich einer Vielzahl traditioneller Mittel bedient, die mit einem Augenzwinkern eingesetzt werden: „Da kommt eben mal ein Bühnenwagen als Zahlenrätsel, dann wird ein Rätsel getanzt, eins wird gesungen, manche sind mit Musik gelöst, andere mit einem lebendigen Bild.“

Besondere Herausforderungen

Die Rätsel auf die Bühne zu bringen funktioniert sehr gut und produziert viele schöne, kleine Überraschungen. Mit einer lebendigen Version des Abendmahl-Gemäldes von Leonardo da Vinci auf der Bühne fällt das Visualisieren wirklich sehr leicht. Schwieriger ist es mit Action-Szenen, wenn Luisenburg-Schauspieler diese mit Pistolen in der Hand, dafür ohne Stunt-Einsätze ausführen. Das bleibt meilenweit hinter dem Kopfkino zurück.

Und: Dan Brown entfaltet seine Handlung auf vielen hundert Seiten. Auf der Luisenburg haben sie nur gut zwei Stunden Zeit, in die vieles reinpassen muss. Denn eine Klausel in den Aufführungsrechten für die Bühnenfassung des Bestsellers verbietet es, beim Text etwas zu streichen. Und tatsächlich hätte eine Kürzung an manchen Stellen gutgetan. „Es ist ein Brett“, sagt Hauptdarsteller Sebastian Kaufmane. Er und seine Bühnen-Kollegen müssen sehr viel reden. Spaß mache es trotzdem.

Luisenburg-Festspiele setzen 2026 auf Verlässliches

Nach ein paar gelungenen Wagnissen im vergangenen Jahr, die aber zu einem Einbruch bei den Zuschauerzahlen geführt hatten, verlässt sich Luisenburg Intendantin Simmler neben „Der Da Vinci Code – Sakrileg“ heuer auf Verlässliches, weil Bekanntes: Rocky Horror Show, Meister Eder und sein Pumuckl, Achtsam Morden. Das hat für sehr gute Vorverkaufszahlen gesorgt, die an Vor-Corona-Zeiten anschließen.

Die Luisenburg ist ein großes Freilichttheater mit 1.700 Plätzen, betont Simmler. Sie bekommt wenig Subventionen und muss einen hohen Anteil der Kosten selbst einspielen. Deswegen brauche es drei Stücke, „die eine sehr hohe Zuschauerdichte bringen“, die idealerweise fünfstellig sein sollte. „Unsere Top-Zuschauerzahl ist 52.000 bei einem Stück. Das ist schon eine ganz schöne Ansage.“ Klassiker dagegen gelten auf der Luisenburg inzwischen als Wagnis. Shakespeares „Romeo und Julia“ ist im Vorverkauf das schwächste Stück.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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