Die Behörden in der Demokratischen Republik Kongo scheinen der Ebola-Epidemie aktuell nur wenig entgegensetzen zu können. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wurden inzwischen 1.048 Ebola-Fälle bestätigt. 267 Menschen seien gestorben. Die WHO spricht von einer ungewöhnlich schnellen Ausbreitung. „Dieser Ausbruch bewegt sich schneller als wir“, sagte der WHO-Vertreter Abdirahman Mahamud am Dienstag in Genf.
Virus verbreitete sich monatelang unbemerkt
Im ersten Monat seien so viele Infektionen bestätigt worden wie bei keiner anderen Ebola-Epidemie zuvor, so Mahamud nach einer Reise in die Region. Grund dafür sei die starke Verbreitung in städtischen Gebieten des Kongo wie in Bunia und der Bergbaustadt Mongbwalu. Die Ebola-Fälle wurden unterdessen auch in mindestens drei überfüllten Vertriebenenlagern im Osten der Demokratischen Republik Kongo registriert.
Der Ausbruch der sogenannten Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus ist ihm zufolge erst spät erkannt worden. Laut Experten zirkulierte das Virus monatelang unbemerkt, bevor am 15. Mai offiziell der Ausbruch erklärt wurde. Kurze Zeit später warnte die WHO bereits vor einer internationalen Gesundheitsnotlage. Das ganze Ausmaß der Epidemie sei noch immer nicht klar. Fälle seien auch aus Uganda gemeldet worden.
Laut WHO trotzdem vorsichtiger Grund zur Hoffnung
Die UN-Organisation sieht jedoch auch Anzeichen für eine Besserung: So sei die Zahl der Ebola-Betten in den vergangenen zwei Wochen aufgestockt worden. Zudem nehme der teils gewaltsame Widerstand in der Bevölkerung gegen die Helfer ab, betonte Mahamud.
Die Eindämmung der Infektionskrankheit wird durch die Gewalt im Osten des Kongos behindert. Dort kämpfen Regierungstruppen und Milizen um Macht und die Kontrolle über Rohstoffe. Für die Bundibugyo-Variante des Erregers, die für den aktuellen Ausbruch verantwortlich ist, gibt es allerdings bisher auch weder Medikamente noch eine Impfung.

