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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Netzwelt > „Tooooooor“: Warum jubelt der Nachbar beim WM-Schauen früher?
Netzwelt

„Tooooooor“: Warum jubelt der Nachbar beim WM-Schauen früher?

Benjamin Lehmann
Zuletzt aktualisert 20. Juni 2026 10:47
Von Benjamin Lehmann
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5 min. Lesezeit
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Viele kennen diese Situation beim gemeinsamen Fußballschauen: Der Ball liegt bereit zum Eckstoß oder befindet sich noch irgendwo im Mittelfeld – da gibt es in der Nachbarschaft schon Jubel, Geschrei, Ekstase. Sekunden vergehen, bis auch auf dem eigenen Bildschirm klar wird: Ein Tor ist gefallen.

Inhaltsübersicht
Welche Übertragungswege sind möglich?Wie groß ist die Verzögerung zur Live-Situation jeweils?Welche Variante ist also am schnellsten?Welche Tipps helfen beim Streamen von WM-Spielen?Warum gibt es diese Zeitunterschiede?

Auch bei der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA spielen solche Zeitverzögerungen bei der Übertragung nach Deutschland eine Rolle. Welche Übertragungswege es gibt und mit welcher technischen Lösung man in der Regel zuerst jubelt – die wichtigsten Infos.

Welche Übertragungswege sind möglich?

Für das TV-Schauen gilt heutzutage: Viele Wege führen zum Ziel. Fernsehen erreicht das Publikum klassisch per Satellit (DVB-S2), über das Kabelnetz (DVB-C) und via Antennenempfang (DVB-T2 HD). Hinzu kommt Internetfernsehen – einerseits IPTV über geschlossene Netze der Anbieter wie Telekom oder Vodafone, andererseits sogenannte OTT-Streamingdienste über das offene Internet. Zu diesen OTT-Angeboten zählen auch die Livestreams von ARD und ZDF in den Mediatheken.

Wie groß ist die Verzögerung zur Live-Situation jeweils?

Die Fachzeitschrift „c’t“ hat getestet, das Portal „heise.de“ hat ausführlich über die Ergebnisse berichtet (externer Link). Demnach ergeben sich mit Blick auf die Fußball-WM 2026 folgende Verzögerungen bei der Übertragung – wenngleich regionale und ausstattungsbedingte Unterschiede möglich sind.

Kabel & Satellit: Als Referenz dient in den c’t-Messungen das Satellitensignal (DVB‑S2). Dieses liegt bereits rund sieben Sekunden hinter der Situation im Stadion. Im Vergleich dazu kommt das Signal im Vodafone-Kabelnetz mit aktiviertem „Jubel-Booster“ bei Das Erste HD etwa 1,2 Sekunden früher an als über Satellit. Bei ZDF HD sind es demnach rund 1,8 Sekunden. Andere Kabelnetze als Vodafone liegen in der Regel knapp hinter dem Sat-Signal.

Antenne: Das Antennenfernsehen liegt den Angaben zufolge etwa zwei Sekunden hinter dem Satellitensignal. Bezogen auf die Live-Situation im Stadion bedeutet das rund neun Sekunden Verzögerung. Gut zu wissen: Laut den Angaben von „heise.de“ genügen „eine kleine Antenne am großen Smart-TV im Garten oder ein preiswerter DVB-T2-Receiver nebst Antenne am HDMI-Eingang eines Beamers“. Es muss also nicht immer die aufwändig installierte Antenne auf dem Hausdach sein.

Online-Streaming via IPTV: MagentaTV, Vodafone TV oder regionale Netzbetreiber wie M-net in München arbeiten über das sogenannte IPTV mit eigenen Leitungen. In den „c’t“-Tests lagen diese Signale einige Sekunden hinter den klassischen Wegen Kabel, Satellit und Antenne. Die speziellen WM-Kanäle von MagentaTV kamen etwa sieben bis acht Sekunden nach dem Satellitensignal an, das „Live TV“ der MagentaTV-Box lag bei rund 15 Sekunden Verzögerung.

Online-Streaming via OTT: Dienste wie waipu.tv oder Zattoo und die Livestreams von ARD und ZDF laufen über das offene Internet. In den Messungen lagen die Mediatheken-Apps je nach Gerät zwei bis sieben Sekunden hinter dem Satellitensignal. Andere OTT-Anbieter wie waipu.tv oder Zattoo kamen je nach App, Gerät und Anschluss auf Verzögerungen zwischen rund neun und über 20 Sekunden hinter dem Satellitensignal.

Welche Variante ist also am schnellsten?

Wer bei Deutschlands WM-Spielen wirklich möglichst früh jubeln will, ist nach aktuellem Stand mit klassischem TV-Empfang über Kabel oder Satellit am besten bedient. Vodafone-Kabel mit „Jubel-Booster“ liegt in den „c’t“-Messungen sogar knapp vor dem Satellitensignal. Das TV-Signal via Antenne folgt knapp dahinter. Streaming-Fans sollten wissen: Das Bild kommt meistens stabil, aber oft später.

Übrigens: Am schnellsten von allen Möglichkeiten ist das gute alte Radio. Wer ein WM-Spiel also lieber hören als schauen möchte, jubelt noch früher als der Nachbar mit dem schnellsten TV-Signal.

Welche Tipps helfen beim Streamen von WM-Spielen?

  • Aktiviere, wenn möglich, einen Sport‑ oder Low‑Latency‑Modus, damit dein Gerät weniger puffert.
  • Nutze ein LAN-Kabel statt WLAN.
  • Sorge alternativ für möglichst stabiles WLAN (wenig Geräte im Netz, möglichst gutes Signal).
  • Halte dein Gerät und die Apps aktuell, installiere also Updates.

Warum gibt es diese Zeitunterschiede?

Das TV-Signal legt einen langen Weg zurück. Es wird mehrfach kodiert, komprimiert und wieder entpackt. Dazu kommt: Online-Livestreams nutzen oft einen Puffer, damit das Bild auch bei kurzen Schwankungen der Internetverbindung stabil bleibt.

 

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Von Benjamin Lehmann
Benjamin Lehmann schreibt für das Ressort Netzwelt der WirtschaftsRundschau. Mit seinem Fachwissen in digitalen Technologien und Internetkultur informiert er über aktuelle Trends und Innovationen und bietet den Lesern wertvolle Einblicke in die digitale Welt.
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