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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Rock im Park & Co.: Immer noch kaum Frauen auf der Bühne
Kultur

Rock im Park & Co.: Immer noch kaum Frauen auf der Bühne

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 28. Juni 2026 10:47
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Immer mehr Festivals werden abgesagt. Der Grund: steigende Kosten und fehlendes Publikum, was letztlich auf dasselbe hinausläuft: Die fetten Jahre sind auch in dieser Branche längst vorbei. Rock im Park und das Schwesterfestival Rock am Ring bilden die große Ausnahme. Rock im Park war nach eigenen Angaben dieses Jahr sogar so früh wie noch nie ausverkauft. Was macht das Festival auf dem Zeppelinfeld in Nürnberg so attraktiv?

Inhaltsübersicht
Line-ups setzen auf Sicherheit – also: wenig FrauenFrauenquote teils unter zehn ProzentRock im Park kein EinzelfallMut zu mehr Künstlerinnen

Line-ups setzen auf Sicherheit – also: wenig Frauen

Ein Grund sind sicherlich große internationale Namen, die mit beiden Veranstaltungen auf Europatour gleich zwei Festivalauftritte an einem Wochenende mitnehmen können. Und: Wer Tickets an die kaufkräftigen Millennials und drüber verkaufen will, holt idealerweise deren Lieblingsbands aus der Jugend. Der erste bestätigte Headliner für 2027 fällt auch in diese Kategorie: Blink-182.

Was dabei zu kurz kommt, ist der frische Wind, spannende neue Acts und – vor allem – Frauen. Hauptsache keine Experimente. Dass die 2000er leider trotzdem vorbei sind, stellt fest, wer nach dem Zeltzusammenpacken und einer langen Dusche in die Realität zurückkehrt: 2026. Da kämpfen Musikerinnen nämlich für Gleichbehandlung und Sichtbarkeit. Und die Zahlen geben Ihnen Recht.

Frauenquote teils unter zehn Prozent

In den Jahren 2022 und 2023 lag die Frauenquote bei Rock im Park und Rock am Ring unter fünf Prozent. Die Indie-Band BLOND macht mit „Männer“ sogar einen ganzen Song über das Thema. 2026 standen dann etwa 15 Prozent Bands mit weiblicher Beteiligung auf der Bühne. Das ist besser, aber nicht viel besser.

Dass Linkin Park mit Emily Armstrong in diesem Jahr eines der größten Verkaufsargumente gewesen sein dürfte, kann leider auch nicht darüber hinwegtäuschen, wie gering das Problembewusstsein ist. Denn: Eine Band mit Frontfrau als Headliner auf Rock im Park und Rock am Ring, das gab es zuletzt vor über 20 Jahren. Judith Holofernes springt 2005 mit ihrer Band Wir sind Helden kurzfristig für Limp Bizkit ein. Und die Veranstalter drucken das damals auch genau so auf ihr Plakat: „WIR SIND HELDEN – Limp Bizkit haben abgesagt!“

Rock im Park kein Einzelfall

Wichtig bleibt zu erwähnen, dass Rock im Park und Rock am Ring keine Einzelfälle sind. Auch andere große Festivals tun sich schwer damit, Frauen-geführte Bands zu buchen. Wahrscheinlich hilft da, wie so oft, nur die Selbstverpflichtung. Das Reeperbahnfestival zum Beispiel setzt sich als Teil der Keychange-Initiative aktiv für mehr Diversität beim Booking ein.

US-Popstar Olivia Rodrigo veranstaltet diesen Sommer ein rein weiblich besetztes Festival. Die Einnahmen kommen Initiativen zugute, die sich für Frauen und Mädchen einsetzen. Und das Golden Leaves Festival in Darmstadt im August besetzt sein Line-up ausschließlich mit queeren und weiblichen Personen.

Mut zu mehr Künstlerinnen

Dass es ausreichend weibliche Top-Künstlerinnen gibt, mit denen man ein Top-Festival wie Rock im Park besetzen könnte, versteht sich. Man denkt sofort an Billie Eilish oder Lady Gaga, aber auch Rockgrößen wie Avril Lavigne oder deutsche Acts wie Nina Chuba. Die Botschaft hören die Veranstalter wohl. Allein ihnen fehlt der Glaube, dass es sich rechnet.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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