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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Wo Bayerns Firmen vom KI-Boom profitieren
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Wo Bayerns Firmen vom KI-Boom profitieren

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 1. Juli 2026 09:51
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Kaum ein Marktsegment von Siemens wächst derzeit so rasant wie das Geschäft mit Technologien für neue Rechenzentren. Hatte der Münchener Konzern hier schon im abgelaufenen Geschäftsjahr neue Rekordzahlen gemeldet, ging es jetzt in den ersten sechs Monaten beim Umsatz noch einmal um 45 Prozent nach oben auf 1,8 Milliarden Euro. Und ein Ende dieses Booms sei nicht abzusehen, schätzt Siemens-Vorstand Peter Körte.

Inhaltsübersicht
Siemens-Technologie soll Energiehunger in Grenzen haltenNeue Infineon-Fabrik liefert „Betreuer“ für Nvidia-ChipsGraue Brocken für Superhirne – Bayerns Chip-Lieferkette

Siemens-Technologie soll Energiehunger in Grenzen halten

Gefragt sind dabei aus Sicht des Konzerns vor allem Technologien, die dabei helfen, den gewaltigen Energiehunger der KI-Rechenzentren zu stillen und gleichzeitig zu bändigen – also die Anlagen so effizient wie möglich auszulegen. Hier will Siemens an deutschen Standorten massiv aufrüsten. In den kommenden Jahren sollen 300 Millionen Euro in eine neue Zulieferfabrik in Offenbach sowie den Ausbau zweier bestehender Werke in Frankfurt fließen. Dort sollen dann neue Generationen von Schaltanlagen gebaut werden, die auf den enormen Energiebedarf von Rechenzentren, aber auch von Elektromobilität und zunehmend digitalisierten Fabriken ausgerichtet sind.

Neue Infineon-Fabrik liefert „Betreuer“ für Nvidia-Chips

Siemens ist dabei nicht das einzige Großunternehmen aus dem Freistaat, das vom globalen Bauboom rund um Rechenzentren profitiert. Noch in dieser Woche eröffnet der bayerische Chipkonzern Infineon eine neue Fabrik in Dresden. Dort sollen künftig moderne Leistungshalbleiter produziert werden. Vereinfacht gesagt sind das Bauteile, die den Stromfluss in elektrischen Anlagen steuern.

Im Fall eines KI-Rechenzentrums umhegen mehrere solcher Leistungshalbleiter die sensiblen und energiehungrigen Prozessoren von Herstellern wie Nvidia. Infineon sieht sich hier in einer sehr guten Position. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen bei solchen Spezialchips einen Marktanteil von 30 bis 40 Prozent und sieht weiteres Potential. Diesen Optimismus spiegelt auch die neue Fabrik in Dresden. Neben einer staatlichen Subvention von gut einer Milliarde Euro steckte Infineon selbst vier Milliarden in das Werk – die größte Investition in der Unternehmensgeschichte.

Graue Brocken für Superhirne – Bayerns Chip-Lieferkette

Der Rohstoff für die Halbleiter und damit die Superhirne der Künstlichen Intelligenz kommt dabei zu einem erheblichen Teil aus dem östlichen Oberbayern. Erst im vergangenen Sommer eröffnete Wacker Chemie an seinem größten Standort in Burghausen eine 300 Millionen Euro teure Produktionsanlage für hochreines Polysilizium. In einer abgeschotteten Halle stellt der Konzern seither ein Material her, das für Laien zunächst sehr unspektakulär aussieht. Es sind silbrig-graue Brocken, die von Robotern im Akkord auf Bänder gekippt und dann verpackt werden.

Zuvor aber haben sie Produktions- und Reinigungsschritte durchlaufen, die sie dank einer neuartigen Ätz-Technik zum nach Firmenangaben saubersten Material machen, das es auf der Erde gibt. Aus diesen grauen Silizium-Brocken werden dann in einer komplizierten Lieferkette spiegelglatte Scheiben, sogenannte Wafer, zum Beispiel ebenfalls in Burghausen bei Siltronic. Von dort aus geht es anschließend zu Chip-Fabriken in aller Welt.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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