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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Selbstständig Events moderieren – Lohnt sich das?
Wirtschaft

Selbstständig Events moderieren – Lohnt sich das?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 6. Juli 2026 08:47
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Anna-Lena (32) ist mittlerweile nicht mehr nervös, auf der Bühne zu stehen – schließlich verbringt sie zwischen 30 und 50 Tagen pro Jahr dort. Als selbstständige Event-Moderatorin führt sie durch komplexe IT- und Wissenschaftsveranstaltungen, hält das Publikum bei Laune und moderiert die Gastredner an.

Inhaltsübersicht
Vom Verlagsjob zur BühneSparen: Eine NotwendigkeitWas verdient eine selbstständige Event-Moderatorin?

Ihre Arbeit beginnt allerdings lange vor dem Applaus: Sie liest viel Infomaterial, arbeitet sich in komplexe Themen ein und führt Gespräche mit Fachleuten. Live vor Publikum ist von Anna-Lena maximale Flexibilität gefordert: Ändert sich kurzfristig das Skript oder wechselt die Moderation ins Englische, muss Anna-Lena sofort umschalten.

Vom Verlagsjob zur Bühne

Anna-Lena studierte ursprünglich Sozialwissenschaften und machte im Anschluss ein Volontariat bei einem Start-up-Verlag in Berlin. Später arbeitete sie dort als Redakteurin und fing 2017 als Start-up-Agentin bei einem Start-Up-Netzwerk an. Ihre Aufgabe war es, Start-ups mit etablierten Unternehmen zu vernetzen.

Zur Moderation kam sie 2019: Ein Kollege fragte sie, ob sie ihn als Moderatorin vertreten wolle. Der Job gefiel Anna-Lena so sehr, dass sie sich 2021 als Event-Moderatorin für Business-Events selbstständig gemacht hat.

Sparen: Eine Notwendigkeit

„Ich muss mit Schwankungen umgehen können“, erzählt die Moderatorin. In Anna-Lenas Job gibt es im Sommer und Winter oft weniger Aufträge. Weil ihre Branche so saisonabhängig ist, legt sie großen Wert aufs Sparen, um finanziell auf der sicheren Seite zu stehen. Anna-Lena hat mittlerweile 18.000 Euro in Rücklagen gespart. Als Selbstständige ist der Notgroschen für sie notwendig. Auch jedem anderen Arbeitnehmer, vor allem jungen Menschen, empfiehlt die Verbraucherzentrale [externer Link] zwei bis drei Monatsgehälter auf ein Tagesgeldkonto zu legen.

Was verdient eine selbstständige Event-Moderatorin?

2025 hatte Anna-Lena einen Jahresumsatz von über 103.822 Euro. Nach Abzug der Betriebskosten lag ihr Gewinn vor Steuern bei ca. 53.000 Euro. Eigentlich würde sie rund 7.500 Euro Einkommenssteuer zahlen. Ihr wird aber noch die Gewerbesteuer angerechnet, die sie bereits zu Beginn des Jahres gezahlt hat. Am Ende blieben Anna-Lena im letzten Jahr 49.648 Euro nach Steuern übrig. Umgelegt auf einen Monat hatte sie ca. 2.900 Euro zur Verfügung.  

Aufgrund ihres hohen Umsatzes zahlt Anna-Lena den Höchstsatz von 1.247 Euro in die gesetzliche Krankenversicherung ein. Zusätzlich zahlt sie noch einmal 83 Euro in ihre Berufsunfähigkeitsversicherung.

2025 war das Jahr mit dem bisher schwächsten Umsatz für Anna-Lena. Grund waren unter anderem schlechte wirtschaftliche Situationen vieler Unternehmen. Zusätzlich hatte die Moderatorin Schwierigkeiten beim Vertrieb. Inzwischen hat sie eine Vertriebscoach und 2026 wird voraussichtlich ihr umsatzstärkstes Jahr werden.

„Ich bin wirklich gerne selbstständig. Ich habe Freude daran, für mich selber verantwortlich zu sein“, erzählt Anna-Lena. Ihren Beruf schätzt sie sehr, doch sollte sie irgendwann ihren Job nicht mehr machen können, will Anna-Lena sich in den Unternehmens-Vertrieb umorientieren.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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