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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Milliarden für Bundeswehr-Satelliten – Profitiert Bayern?
Wirtschaft

Milliarden für Bundeswehr-Satelliten – Profitiert Bayern?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 10. Juli 2026 08:47
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Geht es nach den Plänen der Bundeswehr, verfügt Deutschland binnen weniger Jahre über eine der größten Satelliten-Konstellationen der Welt. Bis zu 1.200 Satelliten sollen garantieren, dass Geheimdienste und Militär im Krisenfall sicher kommunizieren und in Echtzeit Ausklärungsdaten zur Verfügung haben. Damit wäre die Bundeswehr – Stand heute – nach Elon Musks Starlink der weltweit zweitgrößte Satellitenbetreiber.

Inhaltsübersicht
Drei Konsortien wetteifern um MilliardenMehr Chancen für Start-ups gefordertRaketenbauer als Profiteure

Wie wichtig solche Informationen aus dem All sind, hat in den vergangenen Jahren der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine gezeigt. Nach einhelliger Meinung westlicher Militärs konnten sich die ukrainischen Verteidiger vor allem Dank der Starlink-Daten gegen eine russische Übermacht behaupten und präzise Gegenschläge planen und durchführen. Um hier eigene Kapazitäten aufzubauen, will Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bis zum Jahr 2030 insgesamt 35 Milliarden Euro in Raumfahrtprogramme stecken. Die Projekte koordiniert das Weltraumkommando [externer Link] der Bundeswehr, das 2021 in Dienst gestellt wurde.

Drei Konsortien wetteifern um Milliarden

Gleich mehrere Konsortien bewerben sich um die Aufträge. Angeführt werden sie von den Branchengrößen Rheinmetall, Airbus und OHB. Das sieht man gerade in Bayerns Start-up-Szene kritisch. In einem Brandbrief mehrerer Firmen an die Bundesregierung heißt es, es bestehe die Gefahr, dass junge, innovative Unternehmen außen vor bleiben, von denen es gerade im Großraum München sehr viele gibt.

Ein Grund: Die großen Traditionsfirmen haben einen Wettbewerbsvorteil. Sie sind politisch bestens vernetzt und kennen sich mit der komplexen Beschaffungsbürokratie der Truppe aus. Deshalb wünscht sich auch Bernhard Eichiner, Start-up-Experte bei der IHK für München und Oberbayern Reformen im Beschaffungswesen. Man müsse neue Pfade für junge Unternehmen schaffen, damit diese sich dann direkt an den Ausschreibungen beteiligen können.

Mehr Chancen für Start-ups gefordert

Eichiner fordert zum Beispiel einen sogenannten Trial-and-Error-Prozess. Das bedeutet: Besonders innovative Unternehmen könnten auch mit Ideen und noch nicht vollständig ausgereiften Konzepten in die Beschaffung eingebunden werden, um ihre Produkte dann gemeinsam mit der Bundeswehr einsatzfähig zu machen. Das wäre ein Vorgehen, wie es vor allem in der amerikanischen Start-up-Szene üblich ist.

In dieselbe Kerbe schlägt seit einiger Zeit auch die deutsche Monopolkommission. In Schreiben an die Bundesregierung und die EU warnt sie, die bisherigen Strukturen bevorzugten die herkömmlichen Rüstungsunternehmen und benachteiligten kleine und mittlere Firmen. Dies müsse sich ändern, um Europa wettbewerbsfähig zu machen.

Raketenbauer als Profiteure

Von den Bundeswehr-Milliarden für Weltraumprogramme dürften nicht zuletzt auch die Hersteller und Betreiber von Trägerraketen profitieren, also quasi die „Spediteure“ der Satelliten ins All. Mit Isar Aerospace aus Ottobrunn und der Rocket Factory Augsburg würden gleich zwei bayerische Startups gerne in das milliardenschwere Geschäft mit den Streitkräften einsteigen. Allerdings hat keiner der beiden Anbieter bis jetzt einen erfolgreichen Start in den Orbit geschafft. Beide Firmen haben noch für dieses Jahr Startversuche angekündigt.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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