Lachen ist befreiend und gesund, aber es gibt Einschränkungen: Nämlich bei der Frage, worüber oder besser gesagt, über wen gelacht wird. Ein neuer Dokumentarfilm beleuchtet jetzt das deutsche Unterhaltungsfernsehen – vor allem das der 90er Jahre. Gelacht wurde damals viel, allerdings hauptsächlich über Minderheiten und ganz besonders über Frauen.
Frauen waren als Pointe verplant
„Was haben wir gelacht“ ist ein ungewöhnlicher Dokumentarfilm, denn er erzählt absolut nichts Neues: Jeder über 35 Jahre kennt sie: Schmidteinander und die Harald-Schmidt-Show, Wetten, dass…?, Herzblatt, RTL Samstag Nacht… all die Shows der 90er Jahre und die dazugehörigen Entertainer: Thomas Gottschalk, Harald Schmidt, Stefan Raab, Rudi Carell, Harald Juhnke, Mike Krüger, Ingo Appelt, Didi Hallervorden, Wim Thoelke. Frauen suchte man in dieser Riege lange vergebens – sie waren ja schon als Pointe verplant.
Rudi Carell etwa antwortete auf Jochen Busses Verweis auf eine Studie, nach der ostdeutsche Frauen sich im Vergleich zu westdeutschen Frauen in ihrem Körper wohler fühlen würden, er fühle sich in ihrem Körper auch wohler…
Schockierender Blick auf die jüngste Vergangenheit
„Was haben wir gelacht“ beleuchtet die Fernsehwelt der 90er Jahre nun aus anderer Perspektive, nämlich aus der Sicht der Frauen. Hella von Sinnen, Maren Kroymann, Esther Schweins, Bettina Böttinger und Gaby Köster – einige der wenigen weiblichen Entertainerinnen und Kabarettistinnen der 90er Jahre – blicken zurück auf ihr Werk und eine Zeit, in der Frauen im Fernsehen vor allem Beiwerk waren: Assistentinnen, Ansagerinnen, Hintergrundstimmen. Frauen mussten laut Schauspielerin und Kabarettistin Maren Kroymann vor allem hübsch sein: groß und dünn und mit ausgeprägtem Busen.
Zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Fernsehens fragt nun jemand: Wie ging es den Frauen dabei eigentlich? Zum Beispiel denen auf dem Wetten, dass …?-Sofa, wenn da wieder einmal die Hand von Thomas Gottschalk auf ihrem Knie landete?

