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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Venedig kassiert mehr als fünf Millionen Euro Eintritt
Kultur

Venedig kassiert mehr als fünf Millionen Euro Eintritt

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 27. Juli 2026 10:47
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Venedig hat in diesem Jahr mit seinem weltweit einzigartigen Eintrittsgeld für Touristen wie schon im Jahr 2025 mehr als fünf Millionen Euro eingenommen. Die Lagunenstadt im Norden Italiens berichtete nach dem Ende der diesjährigen Bezahlsaison an diesem Wochenende von mehr als 650.000 zahlenden Tagesbesuchern. Offiziell handelt es sich dabei immer noch um eine Testphase – auch wenn kaum jemand daran zweifelt, dass die Regelung in der schwer unter Massentourismus leidenden Stadt von Dauer sein wird.

Inhaltsübersicht
Eintrittsgebühr wurde an 60 Tagen fälligBürgermeister bringt bis zu 50 Euro ins GesprächBesucherzahlen sinken nichtWeniger als 50.000 Einwohner – aber Millionen Touristen

Eintrittsgebühr wurde an 60 Tagen fällig

Zwischen dem 3. April und dem 26. Juli – und damit an sechs Tagen mehr als im Jahr 2025 – mussten Tagesbesucher an insgesamt 60 Terminen Eintritt zahlen, unabhängig davon, wie lange sie sich in der Stadt mit den mehr als 150 Kanälen genau aufhielten. In der Regel betrug diese Gebühr zehn Euro. Nur wer mindestens drei Tage zuvor buchte, kam mit fünf Euro davon. Wer als Tourist länger bleibt, ist von der Zahlung ganz ausgenommen. Dafür wird dann allerdings eine Übernachtungsabgabe fällig.

Bürgermeister bringt bis zu 50 Euro ins Gespräch

Für den Rest dieses Jahres können Tagesgäste nun ohne Bezahlung in die Stadt. Im nächsten Jahr gibt es dann wohl wieder eine Bezahlsaison, vermutlich wird sie wieder am Osterwochenende beginnen. Der neue Bürgermeister Simone Venturini hat diesbezüglich bereits angedeutet, dass die Gebühr deutlich steigen könnte.

Der Mitte-Rechts-Politiker hat vorgeschlagen, an bestimmten Terminen zwischen 30 und 50 Euro von Tagestouristen zu verlangen. Allerdings liegt die Entscheidung darüber nicht allein in Venedig. Auch die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in Rom müsste einer solchen Anhebung zustimmen – und dort wurden gegen einen noch höheren Eintritt schon verfassungsrechtliche Bedenken geäußert: Eine Gebühr von 50 Euro könnte als Einschränkung der Bewegungsfreiheit interpretiert werden, hieß es.

Besucherzahlen sinken nicht

Zudem wird die Lenkungswirkung des Eintrittsgeldes von Kritikern angezweifelt: Seit Venedig 2024 als erste Stadt weltweit damit begann, für einen Besuch wie in einem Museum Eintritt zu erheben, damals an nur 29 Tagen, gingen die Besucherzahlen nicht deutlich zurück, die Stadt berichtet aktuell lediglich, dass die Situation an absoluten Spitzentagen sich infolge der Gebühr etwas entspannt habe. Kritiker wenden daher ein, dass die Gebühr offenbar kaum jemanden davon abhalte, sich den Markusplatz, die Rialtobrücke anzuschauen.

Auch in Venedig gab und gibt es Stimmen gegen die Gebühr, die Abgabe war in der Stadt nie unumstritten. Bürgerinitiativen versuchten, ihre Einführung zu verhindern, auch weil man nicht wisse, wie die Stadtverwaltung das Geld dann verwenden werde. Der ehemalige Bürgermeister Massimo Cacciari wetterte gegen eine „Steuer aus dem Mittelalter“, viele sprechen von einer „Schikane“.

Weniger als 50.000 Einwohner – aber Millionen Touristen

Venedig gehört in Europa zu den Städten, die viel Geld mit dem Tourismus einnehmen, aber auch sehr darunter leiden. Man sieht dies am Zustand mancher Häuser, aber auch an dem vielen Müll. Inzwischen gibt es deutlich mehr Hotelbetten als Einwohner. In der Altstadt leben heute weniger als 50.000 Menschen – kein Vergleich zu den Millionen Touristen, die jedes Jahr aus aller Welt kommen.

Mit Informationen von dpa

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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