Der Zentralrat der Muslime (ZMD) hat den mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin verurteilt und zu Besonnenheit aufgerufen. Wer Religion instrumentalisiere, um Hass zu schüren oder Gewalt auszuüben, handle gegen die ethischen Grundsätze des Islams und missbrauche den Glauben für menschenverachtende Ziele, erklärte der ZMD am Montag in Köln.
„Schutz menschlichen Lebens grundlegendes Prinzip des Islam“
Niemand dürfe aufgrund seiner sexuellen Orientierung, Religion oder Herkunft das Ziel von Gewalt werden: „Unsere Antwort auf Hass und Gewalt muss der gemeinsame Einsatz für Menschenwürde, Freiheit, Sicherheit und ein friedliches Zusammenleben sein.“
Sollte sich der Verdacht einer islamistischen Motivation des Täters bestätigen, „wäre dies ein weiterer Fall, in dem eine extremistische Ideologie religiöse Bezüge missbraucht, um Hass und Gewalt zu rechtfertigen sowie Menschen gegeneinander aufzubringen“. Der Schutz des menschlichen Lebens gehöre zu den grundlegenden Prinzipien des Islams. Gewalt gegen Unschuldige finde dort keine Rechtfertigung.
„Gerade in Zeiten, in denen extremistische Ideologien unsere Gesellschaft spalten und Menschen gegeneinander aufbringen wollen, braucht es Besonnenheit, Entschlossenheit, Zusammenhalt und eine klare Haltung gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit“, hieß es weiter.
Tatverdächtiger wurde erschossen
Ein 21-Jähriger, der als islamistischer Gefährder galt, war Ermittlungen zufolge am Wochenende während des Berliner CSD mit einem Transporter in eine Menschenmenge im Tiergarten gefahren. Anschließend soll er Menschen mit einer Stichwaffe angegriffen haben. Ein Mensch wurde bei dem Anschlag getötet, 29 wurden verletzt.
Nach einer bundesweiten Fahndung wurde der Tatverdächtige am Sonntagabend in einer Kleingartenanlage im Berliner Bezirk Spandau vom SEK erschossen, nachdem der 21-Jährige laut Polizei mit einer Stichwaffe auf Beamte zugelaufen sein soll.
Mit Information von epd und dpa.

