Nun also auch BMW: Nach zahlreichen Zulieferern und dem VW-Konzern mit seinen Marken Audi und Porsche planen nun auch die Münchner zahlreiche Arbeitsplätze vor allem in Deutschland zu streichen. Es wäre das größte Abbauprogramm seit der Finanzmarktkrise 2008.
BMW plant freiwilliges Abfindungsangebot
Gemeinsam haben BMW-Chef Milan Nedeljkovic und der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats Martin Kimmich die Pläne der Belegschaft präsentiert, im Vorfeld der heutigen Betriebsversammlung in München. Per Video waren die anderen Standorte in Deutschland zugeschaltet. Laut Unternehmenskreisen wird es in den nächsten Monaten ein freiwilliges Abfindungsprogramm geben, das bis Ende nächsten Jahres laufen soll.
Indirekter Bereich von Abbauplänen betroffen
Es richte sich nicht an die Mitarbeiter in der Produktion, sondern nur an die Beschäftigten im sogenannten indirekten Bereich, also in der Verwaltung, im Vertrieb und in der Entwicklung. Es soll auch keine Listen geben, sondern allen Mitarbeitern in diesem Bereich angeboten werden. Die Rede ist von rund 50.000 Beschäftigten dort. Diese sollen sich freiwillig entscheiden können, ob sie das Angebot annehmen oder nicht.
Auf diese Weise und mit anderen Maßnahmen sollen weltweit rund 8.000 Stellen gestrichen werden, wie es heißt. Weltweit hat BMW rund 154.000 Mitarbeiter, deutlich mehr als die Hälfte und zwar über 84.000 davon in Deutschland.
Stellenabbau hatte sich bereits angedeutet
Offiziell gibt es noch keine Bestätigung der Pläne, weder vom Vorstand noch vom Betriebsrat. Allerdings gab es bereits Anzeichen für einen Stellenabbau. So hatte BMW bereits in seinem letzten Geschäftsbericht 2025 darauf hingewiesen, dass in diesem Jahr mit einer „leicht sinkenden Anzahl von Mitarbeitern“ zu rechnen ist. Leicht heißt bei BMW meist zwischen einem und fünf Prozent. Das wären bei 154.000 Mitarbeitern zwischen 1.500 und rund 7.500 Mitarbeitern.
Auch BMW leidet unter der schwachen Entwicklung in China und dem Strukturwandel in der Branche. Gewinn, Umsatz und Absatz sinken. Und die Talfahrt in China hat sich zuletzt stark beschleunigt. Das trifft auch die anderen deutschen Hersteller, wie Mercedes und den VW-Konzern mit seinen Marken Audi und Porsche.
Der BMW-Vorstand unter dem neuen Vorsitzenden Nedeljkovic hatte deshalb erst vor wenigen Wochen seine Gewinnziele für diese Jahr nach unten korrigiert. Er rechnet nun mit leicht sinkenden Verkäufen und einem deutlichen Gewinnrückgang. Und dabei würden auch angekündigt, dass die laufenden Kostensenkungen in diesem Jahr durch weitere Struktur- und Effizienzmaßnahmen intensiviert und beschleunigt werden sollen

