Genüsslich gießt Bernd Regenauer kurzärmlig und in Shorts die Sommerblumen in seinem Garten. Vor einiger Zeit hat der eingefleischte Nürnberger der Großstadt den Rücken gekehrt und auf dem Land wieder die nötige Ruhe fürs Schreiben gefunden. Das hat er von Anfang an am liebsten gemacht. „Es ernährt mich, oder es hat mich 45 Jahre lang ernährt, insofern war es gut, dass ich geschrieben hab“, sagt der Kabarettist und Autor.
Vor 30 Jahren wurde ihm der Tourneestress zu viel. Bernd Regenauer begann, Dialekt zu schreiben und damit nur noch in seiner Heimat aufzutreten. Dafür schuf er seine Kunstfigur „Harald Nützel“. Regenauer beschreibt seine Figur als typisch fränkisch: „A weng kauzig, aber ich finde, der Franke hat eine liebenswerte Kauzigkeit. Und wenn man sich das Herz eines Franken erschlossen hat, hat man sich den ganzen Menschen erschlossen und ist dann wirklich Substanz da.“
Erfolg mit der „Metzgerei Boggnsagg“
So richtig erfolgreich wurde Bernd Regenauer dann mit dem Bühnenstück und der Radio-Satireserie „Metzgerei Boggnsagg“, eine fiktive Metzgerei im echten Nürnberger Stadtteil Schweinau. Die Serie wurde zum Kult. Mehr als 1.000 Folgen schrieb Regenauer. Später brachte Regenauer die „Metzgerei Boggnsagg“ auch auf die Bühne. „Nützel ist für mich Kabarett und ‚Metzgerei Boggnsagg‘ war die Comedy-Ecke, wo ich meine ganzen Albereien ausleben konnte, was mir wahnsinnig viel Spaß gemacht hat“, erzählt Regenauer. Ein Satz aus der Serie ist bis heute unvergessen: „Wo issn des Hirn? Da wou es hi ghört!“
Trotz seiner beruflichen Erfolge hat Bernd Regenauer nie seine Bodenhaftung verloren. Vor drei Jahren konnte er deshalb ein Herzensprojekt umsetzen: das große kostenlose Weihnachtsessen für obdachlose Menschen „Helfmer Zamm“ in seiner Heimatstadt Nürnberg.
Asterix auf Mittelfränkisch
Dem Schreiben hält er bis heute die Treue – zuletzt mit witzigen fränkischen Sprachführern.
Wahrscheinlich waren genau diese Sprachkunst und sein einzigartiger Humor ausschlaggebend dafür, dass Bernd Regenauer ausgerechnet zu seinem 70. Geburtstag gebeten wurde, seine „Hirnwindungen“ für den ersten Asterix-Comic auf Mittelfränkisch anzustrengen. Der Band trägt den Titel „Su a Gwerch!“ – und Regenauer hatte beim Übersetzen viel Freude: „Ich folge der Geschichte und hab wunderschöne Ecken gefunden, wo das Übersetzen fast zwingend war.“
Eine besondere Herausforderung dabei: In einer der Sprechblasen soll sein Lieblingsspruch auftauchen: „Wo issn des Hirn? …“ Ob ihm das gelungen ist, können die Leserinnen und Leser ab dem 8. Dezember feststellen. Dann erscheint der mittelfränkische Asterix im Buchhandel.

