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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Earth Overshoot Day 2026: Erdüberlastungstag am 30. Juli
Wissen

Earth Overshoot Day 2026: Erdüberlastungstag am 30. Juli

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 30. Juli 2026 16:47
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Der sogenannte Earth Overshoot Day, der Erdüberlastungstag, fällt in diesem Jahr auf den 30. Juli. Das Datum markiert symbolisch den Tag im Jahr, an dem wir mehr natürliche Ressourcen verbraucht haben, als die Erde hergibt. Er wird deshalb auch als Welterschöpfungstag bezeichnet. Derzeit nutzt die Menschheit die Natur um 73 Prozent schneller, als sich die Ökosysteme der Erde regenerieren können (externer Link).

Inhaltsübersicht
Erdüberlastungstag wird vom ökologischen Fußabdruck bestimmtRaubbau an der ErdeBei Flüssen, Seen und Grundwasserspeichern dramatischer RückgangRessourcenverbrauch weltweit unterschiedlichUm Erdüberlastung zu vermeiden, bräuchten wir 1,7 Erden

Der Earth Overshoot Day ist als Tag der Übernutzung der Ressourcen ungefähr vergleichbar mit dem Tag, an dem unser Girokonto ins Minus gerät, obwohl noch eine ganze Menge Monat übrig ist. Ins Leben gerufen wurde der Tag von der Umweltschutzorganisation Global Footprint Network (externer Link). Der Aktionstag soll den Raubbau an unseren natürlichen Ressourcen ins Bewusstsein rufen und zum nachhaltigen Wirtschaften anregen. Die Methode dahinter wird allerdings immer wieder kritisiert. Was kann das Bild vom „Erdüberlastungstag“ leisten und was nicht?

Erdüberlastungstag wird vom ökologischen Fußabdruck bestimmt

Die Organisation arbeitet mit dem Konzept des ökologischen Fußabdrucks (externer Link). Er beschreibt die Spuren, die wir durch unseren Verbrauch beispielsweise von Wasser oder Holz, aber auch durch den Ausstoß von Treibhausgasen hinterlassen.

Dem ökologischen Fußabdruck wird die sogenannte Biokapazität entgegengestellt: die Fähigkeit der Natur, die verbrauchten Ressourcen aus eigener Kraft zu ersetzen oder auch das durch fossile Brennstoffe freigesetzte CO2 in der Atmosphäre zu binden. Eigentlich sollten sich Ressourcenverbrauch und Regeneration die Waage halten. Doch das tun sie nicht.

Raubbau an der Erde

Besonders dramatisch schlägt sich der Raubbau beispielsweise beim Brandroden der Regenwälder nieder. Laut dem Statistischen Bundesamt (externer Link) verbrannten im Jahr 2024 weltweit rund 26,5 Millionen Hektar Regenwald – die Fläche entspricht fast drei Vierteln der Fläche Deutschlands.

In einem schlechten Zustand sind auch die weltweiten Fischbestände: Nach UN-Angaben (externer Link) stieg der Anteil der Fischbestände, die als überfischt eingestuft werden, von zehn Prozent im Jahr 1974 auf über 50 Prozent im Jahr 2021.

Bei Flüssen, Seen und Grundwasserspeichern dramatischer Rückgang

Im Gegensatz zum Wasser, das etwa dafür nötig ist, dass sich diese Fischbestände neu bilden können, wird der Verbrauch oder Rückgang von Süßwasser insgesamt nicht beim Erdüberlastungstag mit einbezogen. Aber auch hier zeigt sich ein ähnliches Bild. Der letzte UN-Universitätsbericht (externer Link) zum Thema spricht inzwischen nicht mehr nur von einem „überzogenen Konto“, sondern von „Bankrott“.

Flüsse führen weltweit zunehmend weniger Wasser, bei mehr als der Hälfte der großen Seen ist der Pegel seit den frühen 1990er-Jahren gesunken. Bei 70 Prozent der größeren Grundwasserspeicher auf der Welt gibt es einen stetigen Rückgang infolge übermäßiger Wasserentnahme.

Wo der Grundwasserspiegel sinkt, sinkt auch der Boden ab und kann danach weniger Wasser aufnehmen. Auf einer Fläche von sechs Millionen Quadratkilometern ist das bereits geschehen, das entspricht fünf Prozent der weltweiten Landfläche.

Ressourcenverbrauch weltweit unterschiedlich

Der Verbrauch von Ressourcen ist in einzelnen Ländern sehr unterschiedlich (externer Link). Würde die Welt etwa pro Kopf so viel verbrauchen wie die Einwohner im reichen Wüstenstaat Katar, wäre der Weltüberlastungstag bereits am 4. Februar erreicht. Beim durchschnittlichen Verbrauch Honduras fiele er erst auf den 27. November.

Deutschland gehört zu den Ländern, die der Erde überdurchschnittlich viel abverlangen: Würde der Rest der Welt so leben wie wir, wäre die Menschheit bereits am 10. Mai ökologisch pleite und der Tag der Erdüberlastung erreicht.

Um Erdüberlastung zu vermeiden, bräuchten wir 1,7 Erden

Das Global Footprint Network berechnet auch einen weltweiten Durchschnittswert an Fläche (externer Link), die notwendig wäre, um das Gleichgewicht zwischen unserem Verbrauch und der natürlichen Regeneration aufrechtzuerhalten: Beim aktuellen Ressourcenverbrauch bräuchten wir die Fläche von mehr als 1,7 Erden.

Immerhin gibt es eine positive Nachricht: Nach jahrzehntelanger Zunahme der Erdüberlastung stagniert der Wert: Seit etwa 2018 befindet sich die Belastung auf einem annähernd gleichbleibenden Niveau. Im Jahr 2025 fiel der Earth Overshoot Day auf den 24. Juli, im Jahr 2024 war der Erdüberlastungstag am 1. August.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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