Heute steht Laborarbeit auf dem Stundenplan: Johanna studiert im vierten Semester Pharmazie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Sie stellt Koffein-Zäpfchen her. Was nach einer einfachen Übung klingt, bringt sie schnell ins Schwitzen. Die Masse wird schneller fest als gedacht: „Sie wird verdammt schnell verdammt hart“, sagt sie. „Manchmal klappen Dinge einfach nicht und das gehört dazu. Das ist halt die Realität. Man darf sich nicht zu ernst nehmen“, meint Johanna.
Wie schwer ist das Pharmaziestudium?
Das Pharmaziestudium gilt als ein sehr anspruchsvolles Studienfach. Dass es kein Selbstläufer ist und viel Disziplin verlangt, merkt Johanna schon im ersten Semester: „Ich bin gleich mal durch zwei von drei Prüfungen gefallen“, erzählt sie. Mit dieser Erfahrung ist sie aber nicht allein: „Ich kenne wirklich nur eine Handvoll Leute, die bis zum jetzigen Zeitpunkt alle Prüfungen beim ersten Versuch bestanden haben“, sagt Johanna.
Was macht man im Pharmaziestudium im Labor?
Praktische Übungen in verschiedenen Fachbereichen gehören zum Studium dazu: „Wir haben jedes Semester mindestens ein Laborpraktikum, das sich über das ganze Semester zieht“, erzählt Johanna.
Im Praktikum „Arzneiformenlehre“ stellt Johanna nun Koffein-Zäpfchen her. Anschließend kontrolliert sie, ob die Zäpfchen die vorgegebenen Anforderungen erfüllen: „Es muss nicht nur so aussehen, als würde es passen, sondern es wird ja dann auch nochmal geprüft“, erklärt sie. Am Ende gelingt die Mischung: Die Zäpfchen erfüllen die Anforderungen der Praktikumsaufgabe, auch wenn ein Fehler im Protokoll Johannas Bewertung verschlechtert.
Pharmaziestudium: Alltag zwischen Labor, Vorlesungen und Lernen
Nicht nur Laborpraktika bestimmen den Studienalltag. Auch Vorlesungen, Protokolle und die Vorbereitung auf Klausuren kosten viel Zeit: „Das Schwierigste im Studium ist auf jeden Fall das Zeitmanagement. Man hat ja nicht nur Vorlesungen, sondern eben auch seine Laborpraktika und ist oft wirklich den ganzen Tag an der Uni. Danach muss man irgendwie auch noch lernen.“
Was lernt man im Pharmaziestudium?
Viele denken bei Pharmazie zuerst an Medikamente in der Apotheke. Tatsächlich ist das Studium deutlich breiter angelegt. Es verbindet naturwissenschaftliche Grundlagen wie Chemie und Biologie mit pharmazeutischen Fächern wie Analytik, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie.
Auch Pflanzen gehören zum Studium. Für ein Herbarium sammelt Johanna Arzneipflanzen und dokumentiert ihre pharmazeutische Verwendung. Besonders spannend findet sie, dass viele Pflanzen aus dem Alltag medizinisch genutzt werden: „Man geht nichtsahnend in den Garten und denkt sich: ‚Ach ja, ein Efeu.‘ Aber was der Efeu eigentlich kann und dass er tatsächlich in verschiedenen Arzneimitteln enthalten ist, das weiß man ja eigentlich nicht so.“
Warum studiert Johanna Pharmazie?
Während des Abiturs wusste Johanna, dass sie später etwas Naturwissenschaftliches machen möchte. Die genaue Richtung war ihr aber zunächst nicht klar. Ein Praktikum in einer Apotheke nach dem Schulabschluss brachte schließlich die Entscheidung: „Ich fand es richtig, richtig schön. (…) Und ich fand es einfach superspannend mit diesen ganzen Medikamenten.“
Wie lange dauert das Pharmaziestudium?
Das Pharmaziestudium ist in Deutschland staatlich geregelt. Es umfasst vier Jahre Studium an der Universität, eine achtwöchige Famulatur und eine zwölfmonatige praktische Ausbildung. Die Pharmazeutische Prüfung besteht aus drei Abschnitten, die umgangssprachlich als erstes, zweites und drittes Staatsexamen bezeichnet werden. Nach dem erfolgreichen Abschluss des dritten Staatsexamens und der Erteilung der Approbation darf die Berufsbezeichnung Apothekerin oder Apotheker geführt werden, so die Approbationsordnung für Apotheker (AAppO) (externer Link).
Welche Berufe gibt es nach dem Pharmaziestudium?
Die Pharmazie bietet nach dem Studium verschiedene Möglichkeiten: „Das Coole am Pharmaziestudium ist, dass man wirklich sehr, sehr viel machen kann“, sagt Johanna. Auch außerhalb klassischer Apotheken gibt es Einsatzbereiche für Pharmazeutinnen und Pharmazeuten, etwa in Forschung, Entwicklung oder anderen Bereichen des Gesundheitswesens. Für Johanna macht genau diese Vielfalt den Reiz aus.
Wie viel verdient man als Apotheker?
Das Einkommen von Apothekerinnen und Apothekern hängt unter anderem vom Arbeitsbereich, der Berufserfahrung und dem Arbeitgeber ab. In öffentlichen Apotheken werden viele Angestellte nach Tarif bezahlt. Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (externer Link) liegt das mittlere Bruttomonatsentgelt für vollzeitbeschäftigte Apothekerinnen und Apotheker bei rund 5.400 Euro.

