Auf den ersten Blick sieht alles genau aus wie bisher. Auf den zweiten… auch. Tatsächlich ist es für einen Menschen unmöglich zu erkennen, dass an diesem KI-generierten Text etwas anders sein soll als an jedem anderen. Aber Satz, den der Chatbot Claude von der Firma Anthropic in Zukunft ausspuckt, soll mit einem unsichtbaren Stempel versehen sein. Lesbar nicht für Menschen, aber wohl für Maschinen.
Wie funktioniert die Markierung?
Die unsichtbare Markierung steckt dabei im Text selbst, nicht in Metadaten oder Eigenschaften der Datei. Das bedeutet, auch wenn man den Text kopiert oder anderswo wieder einfügt, bleibt die Markierung erhalten.
Wie das Wasserzeichen genau funktionieren soll, darüber schweigt sich Anthropic bislang aus. Eine Möglichkeit wäre, dass es sich um die „Green Flag/Red Flag“-Methode handeln könnte, die schon seit einigen Jahren technisch erforscht wird.
Dabei schreibt das Sprachmodell Wort für Wort und hat an jeder Stelle mehrere passende Fortsetzungen zur Auswahl. Vor jeder dieser Entscheidungen wird der gesamte Wortschatz per Zufallsschlüssel in zwei Hälften geteilt, eine bevorzugte und eine benachteiligte. Die bevorzugte Hälfte bekommt dann einen minimalen Vorsprung. Das bedeutet: einzeln betrachtet ist kein Unterschied erkennbar. Jedes gewählte Wort ist eines, was das Modell ohnehin hätte nehmen können. Erst über einen längeren Text hinweg zeigt sich, dass die eine Hälfte bevorzugt wurde. Überprüfen kann man das aber nur, wenn man den Zufallsschlüssel kennt.
Das bedeutet, der Text könnte gesichert als KI-generiert identifiziert werden. Allerdings nur, wenn er eine gewisse Länge hat und nicht stark nachbearbeitet wurde. Außerdem würde er nicht beweisen, dass die eigentliche Denkarbeit von der KI kam. Wer beispielsweise einen Text selber schreibt und dann nur von der KI umformulieren lässt, der wäre wohl auch von dem Wasserzeichen betroffen.

