Die anhaltende Hitze belastet zunehmend die Krankenhäuser in Bayern. Mehrere Kliniken melden deutlich mehr Patientinnen und Patienten mit hitzebedingten Beschwerden, das zeigt eine BR-Recherche. Betroffen sind dabei nicht nur ältere oder vorerkrankte Menschen.
Kliniken melden immer mehr Hitze-Patienten
Das Klinikum Passau berichtet, dass an besonders heißen Tagen rund 25 Prozent mehr Patientinnen und Patienten in der Notaufnahme versorgt werden als üblich. Am Universitätsklinikum Regensburg waren es an einem sehr heißen Wochenende fast 400 Menschen – mehr als doppelt so viele wie sonst. Dort musste zeitweise die Notfallreserve aktiviert werden, das heißt: Zusätzliches Personal wurde aus der Freizeit geholt.
Auch die Barmherzigen Brüder in Regensburg und das Klinikum Amberg melden mehr hitzebedingte Erkrankungen. Das Klinikum Landshut-Mitte beobachtet diesen Trend bereits seit 2023: Die Zahl der akut zu behandelnden Patientinnen und Patienten während Hitzeperioden ist seitdem stetig gestiegen – in diesem Jahr um knapp 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Gleichzeitig registrieren die Häuser weniger typische Freizeit- und Sportunfälle, etwa Knochenbrüche oder Verletzungen nach Stürzen. Insgesamt bleibt die Belastung der Notaufnahmen aber dennoch höher.
Nicht nur ein „Seniorenthema“: Auch Jüngere landen in der Notaufnahme
Nach Angaben der Kliniken landen dabei zunehmend auch jüngere Menschen und Personen mittleren Alters in der Notaufnahme – häufig nach längerer Gartenarbeit, Sport oder körperlicher Belastung in der Sonne. Viele unterschätzen offenbar die Wirkung der Hitze: Zu wenig Flüssigkeit, fehlender Sonnenschutz und stundenlange Anstrengung können auch bei gesunden Menschen zu Kreislaufproblemen oder schweren Hitzebeschwerden führen. Ärztinnen und Ärzte betonen daher, Hitze sei kein reines „Seniorenthema“, sondern betreffe alle Altersgruppen.
Aufwendige Diagnostik erhöht Arbeitsbelastung zusätzlich
Für die Notaufnahmen bedeutet diese Entwicklung zusätzlichen Aufwand. Beschwerden wie Schwindel, Schwäche, Kreislaufprobleme oder Verwirrtheit ähneln mitunter den Symptomen eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts. Die Ärztinnen und Ärzte müssen daher zunächst ausschließen, dass eine andere, möglicherweise lebensbedrohliche Erkrankung vorliegt – der diagnostische Aufwand pro Patient nimmt zu.
Die Kliniken berichten von einer spürbaren Mehrbelastung des Personals, betonen aber, dass die Versorgung derzeit gesichert ist. Jeder weitere Hitzetag bringt jedoch mehr Arbeit, mehr Untersuchungen und zusätzliche Entscheidungsprozesse mit sich – und betrifft nach Klinikangaben überraschend viele Menschen quer durch alle Altersgruppen.

