Steigen die Preise für Gaskunden?
Angesichts der geringen Füllstände der Gasspeicher warnt der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) vor steigenden Preisen für Gaskunden. Laut Matthias Rösch, Energieberater bei der Verbraucherzentrale Bayern, sind die Preise aufgrund der aktuellen Weltlage „sehr volatil“. Deswegen sei eine kurzfristige Vorhersage auf die nächsten Monate Spekulation. Außerdem haben viele Privatkunden Gasverträge mit ihren Versorgern mit einer Laufzeit von ein bis zwei Jahren, für diesen Zeitraum sind die Preise dann festgeschrieben. Ein wichtiger Faktor für die Preise sei auch, wie kalt der Winter wird.
Energieexperten gehen aktuell davon aus, dass Deutschland mit einer Kombination aus LNG, Pipeline-Gas und Gas aus Speichern über einen milden Winter kommt, auch wenn die Speicher aktuell nur zur Hälfte gefüllt sind. Sollte der Winter kälter werden, müsste relativ viel LNG und Pipeline-Gas zugekauft werden. Dann könnten die Preise steigen.
Worauf können Gaskunden achten?
Laut Verbraucherzentrale Bayern sollen Verbraucher, die mit Gas heizen, zunächst prüfen, ob sie eine Preisbindung im Vertag mit ihrem Versorgen haben. Wenn sie keine Preisbindung haben, sollten Kunden auf Briefe oder Mails von ihrem Versorger achten. Die Versorger müssen nämlich ankündigen, wenn sie die Preise anheben. Dann haben Kunden meist ein Sonderkündigungsrecht und können sich nach Versorgern mit niedrigeren Preisen umschauen.
Dass die Speicherstände aktuell nur wenig befüllt sind, sei bei den meisten Kunden noch nicht durchgedrungen, so Energieberater Rösch. In den ländlicheren Regionen von Bayern sei Heizen mit Gas ohnehin kein großes Thema, da werde noch viel mit Öl geheizt. Die geringe Füllmenge der Speicher aktuell sei „keine gute Situation, aber man solle auch nicht dramatisieren“. Für viele Kunden sei das viel größeres Thema derzeit die Frage, ob und wann sie sich komplett vom Gas verabschieden und sich eine Wärmepumpe einbauen. Denn Gas werde, so Rösch, aufgrund von CO2-Bepreisung und steigenden Netzentgelten „perspektivisch einfach teurerer“. Verbraucher sollten sich deshalb frühzeitig mit alternativen Heizsystemen beschäftigen.

