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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Netzwelt > Bill Gates warnt: Die Welt ist nicht auf KI vorbereitet
Netzwelt

Bill Gates warnt: Die Welt ist nicht auf KI vorbereitet

Benjamin Lehmann
Zuletzt aktualisert 28. August 2026 11:47
Von Benjamin Lehmann
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5 min. Lesezeit
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Der Microsoft-Gründer und Tech-Veteran Bill Gates ist eigentlich dafür bekannt, mit Ruhe und Klarheit zu agieren. Umso bemerkenswerter ist es, wenn der 70-Jährige mit Superlativen um sich wirft, als wären sie Wattebällchen: Nicht weniger als monumental sei die Herausforderung, auf die die Menschheit zusteuere, wenn es um KI gehe. Sie zu bewältigen, müsse zur obersten Priorität werden.

Inhaltsübersicht
Wer gewinnt – und wer verliert?Gates warnt vor drei immensen RisikenWas KI im besten Fall leisten kannWas Gates von Politikern weltweit fordertWas macht Deutschland währenddessen?

Was Gates jetzt veröffentlicht hat, gleicht einem Brandbrief (externer Link). Er postuliert dabei einleitend drei Gedanken: Der Übergang ins Zeitalter der KI werde „eine der turbulentesten Zeiten der Menschheitsgeschichte“. Aber derzeit bereiteten wir uns nicht ausreichend darauf vor. Wenn die Welt aber die richtigen Schritte unternehme, werde KI eine positive Kraft sein und allen ein besseres Leben ermöglichen.

Wer gewinnt – und wer verliert?

Was hoffnungsfroh klingt, hängt für Gates aber an einer einzigen Frage: Wer wird am Ende profitieren – und wer verlieren? Denn wenn die Menschen weiter so mit KI umgingen wie gerade, berge sie immense Gefahren. Künstliche Intelligenz könne entweder die Lücke zwischen Arm und Reich für immer schließen oder zur schlimmsten Quelle von Ungerechtigkeiten werden, die es je gab.

Die Verlierer hätten nach seiner Theorie am wenigsten Zeit, sich umzustellen. Zeit aber ist für Gates das Kernproblem im Wettrennen mit der weltweiten KI-Entwicklung. Frühere Umbrüche hätten sich lange hingezogen, die Menschen konnten sich darauf einstellen: Der Wechsel von der Landwirtschaft in die Büros etwa habe Generationen gedauert, der PC habe immerhin noch 20 Jahre gebraucht. KI dagegen laufe auf Geräten, die ohnehin jeder bereits habe.

Gates warnt vor drei immensen Risiken

Als Erstes würden Jobs verschwinden – dauerhaft, unwiderbringlich. Zuerst die Bürotätigkeiten, dann die körperlichen. Gates sieht Roboter schon in naher Zukunft am Bau und im Gastgewerbe mit Menschen um Jobs konkurrieren. Am härtesten träfe es Berufseinsteiger. Sicher belegen lässt sich das nicht: Eine aktuelle Stanford-Auswertung stützt Gates Theorie, andere Analysen wie diese (externe Links) kommen zu anderen Ergebnissen.

Zweitens mache es KI Kriminellen leichter an Werkzeuge zu kommen wie Anleitungen zu Biowaffen und Bomben. Betrug und Deepfakes würden zudem im Alltag spürbar.

Drittens warnt Gates davor, wie sich KI auf die Entwicklung von Kindern auswirken könne. Bots widersprächen schließlich nie, seien immer da, würden nie wütend. Darin liegt für Gates die Suchtgefahr.

Was KI im besten Fall leisten kann

Ein reiner Alarmruf ist Gates Text dennoch nicht. Er erwartet gewaltige Fortschritte bei den Themen Energie, Klimaschutz und Bildung. Erstens in der Medizin: KI könne Ärzte unterstützen. Gates nennt das Beispiel KI-gestützter Schlaganfall-Diagnosen. Auch in Deutschland ist die KI längst fester Teil der Medizinforschung.

Zweitens die Landwirtschaft: dort erwartet Gates die schnellsten Effekte überhaupt. Kleinbauern in armen Ländern etwa könnten KI-gestützt bald bessere Ernten einfahren. Als dritten Bereich nennt Gates die Bürokratie, durch die sich weltweit täglich Menschen privat wie beruflich wühlen. KI könne sie deutlich vereinfachen.

Was Gates von Politikern weltweit fordert

Was es jetzt dringend brauche, sei eine tiefe Besorgnis über die Schäden durch KI, die wir minimieren müssen. Und begründeten Optimismus, wenn die Menschheit die positiven Aspekte der KI für alle maximieren wolle.

Von der Politik fordert Gates deshalb drei konkrete Maßnahmen: Erstens Stellen, die KI-Risiken ressortübergreifend betrachten würden, national wie international. Zweitens geschützte Berufe wie Pflegekräfte. Drittens Steuern auf KI und Roboter. Denn wer einen Menschen einstelle, zahle Lohnnebenkosten, wer bislang einen Roboter kaufe, schreibe ihn ab.

Was macht Deutschland währenddessen?

Am 11. Juni hat der Bundestag das KI-Marktüberwachungs- und Innovationsförderungsgesetz (externer Link) beschlossen. Digitalminister Karsten Wildberger hat für sein Ministerium das Ziel ausgerufen, den europäischen Rahmen „maximal innovationsoffen“ (externer Link) umzusetzen.

Damit ist geregelt, wer in Deutschland die Künstliche Intelligenz beaufsichtigt. Gates dagegen fordert eine Stelle, die Arbeitsmarkt, Bildung und Sicherheit zusammen betrachtet. Er warnt in seinem Essay, die Welt könne sich den Luxus der Langsamkeit nicht erlauben. Es könne Jahre dauern, die politischen Strukturen aufzubauen – deshalb müsse man jetzt frühzeitig beginnen.

🎧 Wie verändert KI unser Leben? Und welche KI-Programme sind in meinem Alltag wirklich wichtig? Antworten auf diese und weitere Fragen diskutieren Gregor Schmalzried, Marie Kilg und Fritz Espenlaub jede Woche in „Der KI-Podcast“ – dem Podcast von BR24 und SWR.

 

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Von Benjamin Lehmann
Benjamin Lehmann schreibt für das Ressort Netzwelt der WirtschaftsRundschau. Mit seinem Fachwissen in digitalen Technologien und Internetkultur informiert er über aktuelle Trends und Innovationen und bietet den Lesern wertvolle Einblicke in die digitale Welt.
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