Wie man den richtigen ETF-Anbieter findet
Wer weiß, welcher Index es sein soll, der muss sich anschließend für einen ETF-Anbieter entscheiden. Einen ersten Anhaltspunkt liefert das Mindestvolumen; das heißt, wie viel Geld insgesamt in einem ETF steckt. Christian W. Röhl, der für den Neobroker Scalable Capital die Finanzmärkte analysiert, empfiehlt mindestens 100 Millionen Euro oder Dollar.
Die nächste Frage: ausschüttend oder thesaurierend? Sollen laufende Gewinne aufs Konto überwiesen oder direkt wieder in den ETF investiert werden? Am Ende bleibt so vermutlich eine Handvoll Optionen übrig. Zu den größten Anbietern am Markt zählen Ishares, Vanguard, Xtrackers und Amundi. „Unter diesen ist es dann weitgehend egal, für wen ich mich entscheide“, sagt Röhl.
Einzelaktien, Themen-ETFs, Fonds? Nur kleine Beträge investieren
Damit ist das Fundament gelegt. Auch die Stiftung Warentest sieht in einem Sparplan auf Welt-Aktien-ETFs die „Basisanlage für ein gut gestreutes Depot“. Christian W. Röhl vergleicht das mit einem herzhaften Eintopf, den man bei Bedarf noch ein wenig verfeinern könne.
Die Gewürze dafür heißen Einzelaktien, Fonds oder Themen-ETFs. Doch wie beim Kochen sollte man nicht zu viel nehmen, fünf Prozent des gesamten Depotwerts reichten für Privatanleger aus. Denn Röhl ist überzeugt: „Es läuft höchstwahrscheinlich gegen mich und befriedigt eher meinen Spieltrieb, als dass es nachhaltig zu meinem Vermögen beiträgt.“
Aktiver Fonds vs. ETF: Gebühren und Performance entscheidend
Im Unterschied zu ETFs werden Fonds aktiv von einem Management verwaltet, das Wertpapiere kauft und verkauft. Die jährliche Gebühr liegt laut Verbraucherzentrale in der Regel bei 1,5 bis zwei Prozent des Fondsvermögens, was die Rendite schmälert. Für ETFs sind es dagegen meist nur 0,07 bis 0,3 Prozent.
Zugleich schlagen nur wenige Fonds den Markt. Die Ratingagentur Morningstar hat in einer Studie 32.000 Fonds und ETFs (externer Link) über einen Zeitraum von zehn Jahren untersucht: Die aktiven Manager schafften dabei nur eine Erfolgsquote von rund elf Prozent, meistens wäre der ETF die bessere Wahl gewesen.
Themen-ETFs: Hype um Branchen soll Anleger locken
Ein prüfender Blick ist auch bei Themen-ETFs wichtig, die gezielt Investment-Schwerpunkte setzen. Sie kommen laut Anlageprofi Röhl oft auf den Markt, wenn jeder darüber spricht, zum Beispiel über Weltraum oder Quantencomputer, „aber dann ist das Thema eigentlich schon durch.“
Das bestätigten auch Forschende der Universität von Ohio in einer Studie zu den US-Börsen (externer Link). Demnach entwickeln sich Themen-ETFs in ihren ersten fünf Jahren im Schnitt deutlich schlechter als breit aufgestellte ETFs. Wie für Fonds gilt auch hier: Ausnahmen bestätigen die Regel – doch die Zukunft kann an den Finanzmärkten bekanntlich niemand voraussagen.
Vorhandenden MSCI-World-ETF nicht überstürzt verkaufen
Die Vergangenheit ist dagegen eindeutig: Wer über die Jahre Gewinne mit seinem MSCI World gemacht hat, sollte jetzt nicht schlagartig verkaufen, sonst fallen unnötige Steuern und Gebühren an. Ein Fehlgriff ist der Index auch weiterhin nicht.
Für die Zukunft schlagen Anlageberater aber beispielsweise vor, einen zweiten ETF mit Schwellenländern wie den „MSCI Emerging Markets“ zu besparen. Oder man stellt den Sparplan komplett auf einen neuen ETF um.

