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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Netzwelt > Kinder und Tiere im Auto vergessen – helfen Warnsysteme?
Netzwelt

Kinder und Tiere im Auto vergessen – helfen Warnsysteme?

Benjamin Lehmann
Zuletzt aktualisert 28. August 2026 14:47
Von Benjamin Lehmann
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3 min. Lesezeit
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Jeden Sommer sterben Kinder und Tiere, weil sie im Auto vergessen wurden. In den USA kommen nach einer Schätzung der Plattform „No Heat Stroke“ alleine fast 40 Kinder jährlich durch einen Hitzeschlag im Auto um. Auch hier sorgen derartige Fälle jedes Jahr für Schlagzeilen.

Inhaltsübersicht
Erkennungssysteme im Auto könnten helfenIndirekte Systeme schneiden schlecht abADAC sieht NachholbedarfMensch bleibt aber verantwortlich

Erst im Juni starb ein zurückgelassenes Kleinkind in Schorndorf bei Stuttgart im Auto. Die Mutter dachte, sie habe ihr Kind bereits im Kindergarten abgegeben. Das sogenannte „Vergessenes-Baby-Syndrom“ beschreibt das Phänomen: Studien zufolge (externer Link) können Stress und wenig Schlaf dazu führen, dass Eltern ihr Kind oder Haustier im Auto vergessen.

Erkennungssysteme im Auto könnten helfen

Wer dazu neigt, der könnte sich ein sogenanntes „Child-Presence-Detection-System“, kurz CPD, kaufen. Es soll den Autofahrer warnen, wenn sich nach dem Parken noch jemand im Innenraum befindet. Sehr moderne Fahrzeuge haben diese Warnsysteme bereits integriert.

Dabei gibt es zwei verschiedene Techniken. Direkt messende Systeme nutzen Sensoren wie Radar, Kameras oder Ultraschall, um Lebenszeichen wie die Atmung zu erfassen. Durch diese Art der Messung können auch schlafende oder zugedeckte Kinder erfasst werden.

Indirekt messende Systeme dagegen arbeiten mit Hinweisen aus dem Autobetrieb. Zum Beispiel schlagen sie Alarm, wenn Sicherheitsgurte nach dem Parken noch geschlossen sind. Sie können allerdings nicht sicher feststellen, ob sich jemand im Autoinnenraum befindet.

Indirekte Systeme schneiden schlecht ab

Wie zuverlässig diese CPD-Systeme funktionieren, hat der ADAC getestet (externer Link). Getestet wurden vier Fahrzeuge verschiedener Marken, auf den Rücksitzen saßen Dummys eines einjährigen Kleinkindes, eines Neugeborenen und eines Hundes. Die direkt messenden Systeme erkannten das Kleinkind und den Hund, hatten aber Probleme beim Neugeborenen in der Babyschale. Das indirekte System erkannte die Dummys im Test nicht.

ADAC sieht Nachholbedarf

Auch bei der Frage, was nach der Erfassung passiert, gibt es Unterschiede. Zwei Modelle machen mit Warnblinker und Hupen auf die Dummys im Auto aufmerksam. Ein Modell verschickte zusätzlich wiederholt Push-Nachrichten an den Besitzer. Bei dem indirekt messenden Modell blieb es lediglich bei einem Hinweis im Fahrzeugdisplay.

Der ADAC sieht insgesamt Nachholbedarf – nicht nur bei der Erkennung der Kinder und Tiere im Auto, auch bei der anschließenden Alarmierung. Im Ernstfall bringt der Hinweis auf dem Fahrzeugdisplay nämlich wenig. Signale nach außen wie Hupen oder die Warnblinkanlage könnten dagegen tatsächlich Leben retten.

Mensch bleibt aber verantwortlich

Trotz dieser Warnsysteme bleibt der Mensch für die Lebewesen im Fahrzeug verantwortlich. Ein Warnsystem kann nur eine zusätzliche Sicherheitsbarriere bieten. Kinder und Tiere sollten niemals alleine im Auto bleiben – selbst, wenn es draußen nicht außergewöhnlich heiß ist, kann die Temperatur im Auto schnell auf eine lebensbedrohliche Hitze steigen.

 

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Von Benjamin Lehmann
Benjamin Lehmann schreibt für das Ressort Netzwelt der WirtschaftsRundschau. Mit seinem Fachwissen in digitalen Technologien und Internetkultur informiert er über aktuelle Trends und Innovationen und bietet den Lesern wertvolle Einblicke in die digitale Welt.
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